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30. Januar – 20. Juni 2010
PRESS ART
Werke aus der Sammlung Annette und Peter Nobel
Das aus der Ostschweiz stammende Sammlerpaar Annette und Peter Nobel hat in über zwanzig Jahren eine eindrückliche Sammlung mit Schwerpunkt auf den gedruckten Massenmedien zusammengetragen. ‹PRESS ART›, die Wechselwirkung zwischen geschriebenem Wort und bildender Kunst ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr aus dem künstlerischen Diskurs wegzudenken. Vorab künstlerische Bewegungen mit gesellschaftsutopischen, sozialen oder politischen Hintergründen – etwa Dadaismus oder Konstruktivismus, die Aufbruchsbewegungen seit den 1960er Jahren oder der medienreflexive Zeitgeist der 1990er Jahrespiegeln Sinn und Zweck der Presse und demonstrieren, wie Eindeutigkeit in Mehrdeutigkeit, wie Wahrhaftigkeit in Ironie, wie Ernsthaftigkeit ins Spielerische kippt – und vice versa. Bild und Sprache als Ordnungssysteme werden befragt, Gedrucktes wird reflektiert und als Basis für Visuelles genutzt. Dieser zeitgeschichtliche Spannungsbogen bildet sich in der Privatsammlung ab und spiegelt dabei nicht nur Kunstgeschichte, sondern liefert entscheidende Stichworte für den Umgang mit Massenmedien.
Die von Christoph Doswald zusammengestellte Werkauswahl aus der Sammlung von Annette und Peter Nobel wird anschliessend im Museum der Moderne in Salzburg präsentiert.
Kuratoren: Christoph Doswald, Konrad Bitterli
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13. Februar – 16. Mai 2010
Damien Deroubaix
Die Nacht
In monumentalen Malereien, raumgreifenden Skulpturen und wandfüllenden Zeichnungsinstallationen inszeniert der französische Künstler Damien Deroubaix die postmoderne Wiederauferstehung des spätmittelalterlichen Totentanzes. In seinem Schaffen trifft der makabere Reigen unverstellt und ungeschönt auf die formal verknappende Trash-Ästhetik von Undergroundcartoons, auf Versatzstücke der Death-Metal-Kultur sowie auf die allumfassende Propagandamaschinerie der Gegenwart. Sein intelligenter Rückgriff auf kunsthistorische Traditionen verbindet sich mit zeichnerischen Strategien der Gegenwart zu Bildtableaux von ungeheurer visueller Kraft. Dabei rezykliert der Künstler die vollends mediatisierten Bildwelten von heute und übersetzt die gesellschaftlichen, politischen und existentiellen Abgründe in tragikomische Schau-Stücke.
Der 1972 in Lille geborene und heute in Berlin lebende Damien Deroubaix gilt als einer der aufsehenerregendsten Künstler seiner Generation in Frankreich. ‹Die Nacht› lautet der Titel seiner ersten umfassenden Präsentation im deutschsprachigen Raum mit begleitender Publikation und wurde in Kooperation mit dem Saarlandmuseum in Saarbrücken und der Villa Merkel in Esslingen eigens für das Kunstmuseum St.Gallen erarbeitet.
Kurator: Konrad Bitterli
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> Video-Beitrag auf art-tv
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5. Dezember – 31. Januar 2010
Heimspiel
Alle drei Jahren findet im Kunstmuseum St.Gallen und der Kunst Halle Sankt Gallen ein friedlicher Kunst-Wettbewerb statt: das sogenannte Heimspiel. Organisiert vom Amt für Kultur, hat sich die Ausstellung in den vergangenen Jahren als vielbeachtete Plattform für das regionale Kunstschaffen aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell-Ausserrhoden,
Appenzell-Innerrhoden sowie dem Fürstentum Liechtenstein und dem Bundesland Vorarlberg etabliert und strahlt inzwischen weit über die Region hinaus. Für zwei Monate versammeln sich Kunstschaffende zum künstlerischen Stelldichein und zum gegenseitigen Austausch, werden die beiden Ausstellungsinstitutionen zum hell erleuchteten Schaufenster
für eine lebendige Ostschweizer Kunstszene. Das Heimspiel wird im Frühsommer 2009 ausgeschrieben. Anmeldeberechtigt sind Künstlerinnen und Künstler aus den
Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell-Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden sowie dem Fürstentum Liechtenstein und dem Bundesland Vorarlberg. Ausgewählt werden die Werkgruppen in einem zweistufigen Auswahlverfahren durch eine unabhängige Fachjury.
Kuratoren:
Konrad Bitterli / Giovanni Carmine / Roland Wäspe
Organisation:
Amt für Kultur des Kantons St.Gallen
> www.heimspiel.tv
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28. November 2009 – 31. Januar 2010
Verena Merz
Micorcri und andere verschlungene Wesen
fait pendant l’année de la giraffe 1987
Aus der Schenkung von Claudia und Fritz Merz
2009 erhielt das Kunstmuseum eine grosszügige Schenkung der Familie Merz, die neben klassischen Tafelbildern, Fotodokumentationen und Skizzenbüchern von Verena Merz (1959-1990) vor allem grossformatige, auf Packpapier gemalte Bilder umfasst.
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29. August – 6. Dezember 2009
Phantasien – Topographien
Niederländische Landschaften des 16. und 17. Jahrhunderts
in Druckgraphik, Zeichnung und Malerei
In der niederländischen Kunst setzte nach 1600 ein tiefgreifender Wandel ein. Die Abspaltung der nördlichen, calvinistischen Gebiete von den katholisch-habsburgischen Südprovinzen fand ihre Parallele in einer neuen Wirklichkeitsauffassung der holländischen Malerei. Man begann sich von den aus Flandern importierten Traditionen zu lösen und wandte sich Motiven der eigenen Umgebung zu: ‹naer’t leven› (nach dem Leben) wurde zum Darstellungsprinzip. Esaias van de Velde (1587–1630) griff auf den ‹Realismus› des Pioniers Pieter Bruegel d.Ä. (um 1525–1569) zurück, um die Bildformeln der phantastischen Gebirgs- und Waldlandschaft zu überwinden. Als erster übertrug er die neue Sicht ins Medium der Malerei und schilderte die typische holländische Flachlandschaft mit ihrem tiefen Horizont und hohen Himmel, unter dem sich alltägliches Leben abspielt. In der Folge schufen Künstler
wie Jan van Goyen (1596–1656) eine regelrechte malerische Topographie der heimatlichen Landschaft im Wechsel der atmosphärischen Bedingungen von Zeit, Wind und Wetter.
Ihr Schaffen wiederum war Ausgangspunkt für die grossartigen Landschaften von Jacob van Ruisdael (1628/29–1682) und Rembrandt (1606–1669).
‹Phantasien – Topographien› wird erstmals erlesene Zeichnungen und druckgraphische Blätter aus einer noch nie gezeigten Schweizer Privatsammlung präsentieren und zusammen mit Gemälden ein Panorama niederländischer Landschaftskunst aus Renaissance und Barock ausbreiten.
Kurator: Matthias Wohlgemuth
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19. September – 22. November 2009
Andrea Geyer | Sharon Hayes
‹Ortswechsel› lautet der Titel einer Gemeinschaftsarbeit der New Yorker Künstlerinnen Andrea Geyer und Sharon Hayes. In Interviews werden Frauen unterschiedlichster kultureller
und sozialer Herkunft über ihr eigenes Selbstverständnis befragt. Zu sehen sind nicht die Interviewpartner, sondern die Übersetzerinnen, wodurch sich der Inhalt des Werks subtil
verschiebt zur Frage nach der Produktion von Wissen in der Übertragung von einer Sprache in eine andere. Andrea Geyer (*1971 in Freiburg) war mit ‹Spiral Lands I› die Entdeckung der letztjährigen documenta XII. In subtilen Bild-Textarbeiten verbinden sich Fotografien mit geschichtlichen Daten, Nachrichten und fiktiven Reiseberichten. Die Reflexion über das Medium Fotografie und ihre entscheidende Rolle bei der ‹Entdeckung› des amerikanischen Westens bzw. dessen Vermittlung in den Massenmedien führt zu einer feingliedrigen Analyse der Landnahme durch die USA. Sharon Hayes (*1970 in Baltimore) untersucht gesellschaftliche
Gegebenheiten, indem sie nach historischen Parallelen forscht. Stets sind es Themen, die sich in die US-amerikanische Geschichte eingeschrieben haben und traumatisch nachwirken.
Dabei geht es auch um die komplexen Verhältnisse zwischen Geschichte, Politik und dem Prozess der individuellen wie kollektiven Wahrnehmung. Die Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen zeigt erstmals in der Schweiz Kollaborationen der beiden Künstlerinnen sowie
ausgewählte individuelle Arbeiten.
Kurator: Konrad Bitterli
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29. Mai – 6. September 2009
Born to Be Wild
Hommage an Steven Parrino
‹Get your motor runnin’ / head out on the highway / lookin’ for adventure / and whatever comes our way …›: 1969 drehten Peter Fonda und Dennis Hopper den legendären Film ‹Easy Rider›. Dieser wurde zum Ausdruck einer Epoche des Aufbruchs und des Aufbegehrens gegen jene Werte, die das Amerika der Nachkriegszeit symbolisierten. Der Film war aber auch Sinnbild eines neuen Lebensgefühls, welches die Suche nach Freiheit und Unabhängigkeit und damit den uramerikanischen Traum erneuerte. Dem Vorspann unterlegt war der Song ‹Born to Be Wild› von Steppenwolf, der zur Hymne für jene wurde, die sich auf Motorrädern dieses Gefühl von Freiheit erhofften. Die Ausstellung ‹Born to Be Wild› geht in einer konzisen Werkauswahl diesem Lebensgefühl nach. Angelpunkt ist das Schaffen des amerikanischen Künstlers Steven Parrino (1958–2005). Bei einem Motorradunfall früh verstorben, war er zusammen mit Olivier Mosset (*1944) eine der zentralen Figuren der New Yorker Kunstszene in den 1990er Jahren und als Künstler wie Musiker einer ihrer Impulsgeber. Zu seinem künstlerischen Umfeld zählen u. a. Jutta Koether (*1958), Cady Noland (*1956),
Sylvie Fleury (*1961) oder Thom Merrick (*1963), während Amy Granat (*1976) und Drew Heitzler (*1972), inspiriert von Parrino und Mosset, ein Road Movie inszenierten als Überblendung der Easy Rider-Tradition mit Goethes berühmtem Werther.
Mit John Armleder, Sylvie Fleury, Amy Granat/Drew Heitzler, Jutta Koether, Thom Merrick, Olivier Mosset, Cady Noland, Mai-Thu Perret, Bettina Pousttchi, Roman Signer, Blair Thurman, John Tremblay
Kurator: Konrad Bitterli
> Filmprogramm zur Ausstellung im KINOK
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5. Juni 2009 – 19. Juli 2009
Das Projekt wurde bis 16. August weitergeführt.
әMotion
mapping museum experience
Das psychogeografisch kartierte Museum
әMotion untersucht die Erfahrung Museumsbesuch experimentell. Im Zentrum steht die psychogeographische Wirkung des Museums und seiner Objekte auf das Erleben der Museumsbesucher.
әMotion ist ein Nationalfondsforschungsprojekt am Institut für Design- und Kunstforschung der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW.
Besucher die an dem Kunstforschungsprojekt әMotion teilnehmen, erhalten freien Eintritt in das Kunstmuseum St. Gallen.
> www.mapping-museum-experience.com
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7. Februar – 16. August 2009
11 : 1 (+3) = Elf Sammlungen für ein Museum
Vom Impressionismus zur Gegenwart
Von Monet bis Warhol, von Hodler bis Taeuber-Arp … Obwohl kein Anspruch auf kunsthistorische Vollständigkeit besteht, zeichnet sich die Sammlung des Kunstmuseums St.Gallen durch dichte Werkgruppen und Meisterwerke von höchster Vollendung aus. Die Sammlung ist wesentlich von der Geschichte St.Gallens als Textilmetropole geprägt und verbindet sinnstiftend internationales mit regionalem Kunstschaffen. Ihr unverwechselbares Profil erhält sie indes durch die herausragende kulturelle Leistung zahlreicher Privatsammler, die ihre leidenschaftlich zusammengetragenen Schätze als grosszügige Schenkungen der Öffentlichkeit übergeben haben. In ‹11 : 1 (+3)› stehen die Meisterwerke genauso im Zentrum wie die Sammlerinnen und Sammler. Ihnen wird eine Ausstellungsfolge gewidmet sein, deren erster Teil die Kunst vom Impressionismus bis zur Gegenwart behandelt und Werke aus insgesamt elf Sammlungen präsentiert. Damit vermittelt das Kunstmuseum St.Gallen einen Einblick in die Grundstrukturen seiner Sammlung, die ohne ausserordentliches privates Engagement nie ihren international hervorragenden Rang erlangt hätte. Im Osttrakt sind Ausschnitte aus den bedeutenden Erwerbungen der Gesellschaft der Freunde bildender Kunst zu sehen, die mit ihren Ankäufen die Sammlung des Kunstmuseums seit Jahren grosszügig unterstützt.
Die Ausstellung ist Teil des Forschungsprojektes ‹eMotion› der Hochschule für Gestaltung und Kunst Nordwestschweiz, das die Wahrnehmung von Kunstwerken und das Publikumsverhalten wissenschaftlich erfasst.
Kuratoren: Konrad Bitterli / Roland Wäspe
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28. Februar – 10. Mai 2009
Nedko Solakov
Emotions
Eine Plastikblume liegt unscheinbar am Boden, daneben ist in krakeliger Schrift zu lesen: ‹The bad news: he was dead. The good news: the flower on his grave will last forever›. Die eindrückliche Installation des 1957 geborenen bulgarischen Künstlers Nedko Solakov erweist sich als Kommentar zum menschlichen Dasein, stellt indes nur einen Aspekt eines formal kaum
zu bändigenden Werks dar. Stets zielt sein Anspruch auf eine Enzyklopädie des Absurden und auf eine Geschichte der gescheiterten Utopien. Dabei erweist sich der Zusammenbruch des kommunistischen Systems als prägende Erfahrung und wird zum Auftakt für ein künstlerisches OEuvre, mit dem er der zunehmenden Komplexität der Wirklichkeit begegnet. In
Zeichnungen, Videos, Fotografien, Performances, Installationen und Wandarbeiten hinterfragt Solakov scheinbare Wahrheiten oder die Bedingungen des Kunstsystems, reflektiert das
Scheitern als Metapher menschlicher Existenz und entdeckt in den politischen Weltläufen die Paradoxie als herrschende Struktur. Seine Fähigkeit, unterschiedlichste Themen in Form von Geschichten zu erzählen, die eine präzise Balance zwischen narrativer Lust und deren ironischer Brechung halten, macht dieses Werk unverwechselbar und in hohem Masse unterhaltsam.
Solakov gilt als herausragende Figur der internationalen Gegenwartskunst. ‹Emotions› im Kunstmuseum St.Gallen ist seine erste Überblicksausstellung im deutschsprachigen Raum; sie
wird in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Bonn und der Mathildenhöhe Darmstadt realisiert.
Kurator: Konrad Bitterli
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20. September 2008 – 8. Februar 2009
Franz Ackermann
Für Franz Ackermann (*1963 in Neumarkt St. Veit) ist Reisen essentieller Teil der künstlerischen Praxis. Die private Erfahrung des Unterwegs-Seins trifft sich mit gesellschaftspolitischen Fragen von Globalisierung und internationalem Tourismus, Mobilität und Migration. In der inhaltlichen Überlagerung bilden sie die intellektuelle Grundlage für ein OEuvre, das sich u. a. in Form von umfangreichen Photo- und Zeichnungsserien, grossformatigen Gemälde, von Architekturmodellen sowie raumgreifenden Inszenierungen präsentiert. Die Arbeiten bilden ein offenes System, in dem sich einzelne Werkaspekte wie Teile eines umfassenden Netzwerks verorten und in Ausstellungen zu eigentlichen Erlebnisräumen auf Zeit verdichten, wobei sich fiktive Topographien, psychedelische Erfahrungen und Science-Fiction-Phantasien bunt durchdringen und zu eigentlichen Kopf-Reisen mutieren. Franz Ackermanns Schaffen ist in bedeutenden Museen und Sammlungen weltweit präsent. Die vom Künstler für das Kunstmuseum St.Gallen entwickelte Ausstellung ermöglicht einen Einblick ins faszinierende Schaffen einer der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart.
Kurator: Konrad Bitterli
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22. November 2008 – 25. Januar 2009
Christian Vetter
Disappearing Eye
MANOR-Kunstpreis St.Gallen 2008
Wie die meisten Kunstschaffenden seiner Generation malt der 1970 geborene St.Galler Künstler Christian Vetter nach photographischen Vorlagen, die er in eigenartig leere, zugleich in raffinierter Weise an Bühnenkulissen erinnernde Bilder übersetzt. Seine Bildwelt basiert auf einer mit der Ernsthaftigkeit eines Archivars getätigten Recherche, bei der er sich politisch aufgeladenen Themen nähert. So beschäftigt er sich u. a. mit geschichtlichen Phänomenen wie dem Faschismus. Seine Gemälde wie seine nüchtern konstruierten Installationen leben von der kollektiven Erinnerung an mediale Vorbilder. Ohne die Bildwelten ironisch zu brechen, bewahren sie sich jene zwiespältige Faszination, der man sich nur schwer zu entziehen vermag. Das zutiefst beunruhigende künstlerische Werk hat in den letzten Jahren eine Resonanz erfahren, die Vetter zu einem der interessantesten jungen Künstler in der Schweiz macht. Zum zehnten Mal wird in St.Gallen der MANOR-Kunstpreis vergeben, wobei Vetter eine Reihe erfolgreicher Kunstschaffender wie Alex Hanimann, Pipilotti Rist, Christoph Büchel oder Lutz/Guggisberg fortsetzt, für die der Preis Ausgangspunkt für ihre international beachtete Künstlerlaufbahn wurde. Die Ausstellung wird anschliessend in der Villa Merkel in Esslingen zu sehen sein.
Kurator: Konrad Bitterli
Unterstützt von MANOR St.Gallen
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28. Juni – 9. November 2008
Ladies Only!
Maria oder Muse, Heilige oder Verführerin? Das Frauenbild in der westlichen Kultur bedient sich gängiger Klischees, die über Jahrhunderte in einer von Männern bestimmten Welt entwickelt und überliefert worden sind. Insbesondere bildende Künstler liessen ihren Phantasien über das Weibliche freien Lauf und übersetzten sie in Bilder oder Skulpturen. So finden sich in ihren Werken ehrfürchtige Jungfrauen neben wollüstigen Nymphen, sittsame Hausfrauen neben bösartigen Furien – bis weit ins 20. Jahrhundert hinein! Den durch gesellschaftliche Strukturen sanktionierten Männerphantasien stehen wenige Bildfindungen von Künstlerinnen gegenüber: Angelika Kauffmann (1741–1804), eine der zentralen Künstlerinnenpersönlichkeiten im Rom des ausgehenden 18. Jahrhunderts, wie Martha Cunz (1876–1961) zu Beginn des 20. Jahrhunderts in St.Gallen oder Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) und Madeleine Kemeny (1906–1993) als oft unterschätzte Vertreterinnen der Klassischen Moderne. Seit den späten 1960er Jahren ist indes ein grundlegender Wandel eingetreten, zeitgenössische Künstlerinnen haben eine radikal andere Sicht auf die Frau entwickelt – gleichsam als Gegenbild zum historischen Frauenbild. Ihnen ist die kommende Sommerausstellung gewidmet, wenn es heisst: «Ladies Only!».
Kurator: Konrad Bitterli
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24. Mai – 31. August 2008
David Claerbout
Vietnam, 1967, near Duc Pho (reconstruction after Hiromichi Mine) – so lautet der nüchterne Titel einer der spektakulärsten Videoarbeiten des belgischen Künstlers David Claerbout (*1969 in Kortijk). Die raumgreifende Inszenierung hält ein Flugzeug fest, das 1967 in Vietnam über einer amerikanischen Luftwaffenbasis abgeschossen wird. In einem subtilen Transformationsprozess übersetzt Claerbout das Originalphoto in eine bewegte Videosequenz, indem er das Bild animiert und dabei eine Verschiebung der Wahrnehmung bewirkt, weg vom Kriegsereignis hin zur Veränderungen des Lichts, vom Historienbild zur Landschaftsdarstellung. Die Befragung des Bildes führt zugleich zu einer grundlegenden Reflexion über Medien, lassen sich im digitalen Zeitalter Photographie wie Film letztlich auf Datenmengen reduzieren. So inszeniert Claerbout einen sinnlichen und zugleich vielschichtigen Dialog zwischen den Medien, indem er im Werk dessen Gestalt reflektiert und die spezifischen medialen Begrenzungen als künstlerisches Potential offen legt. In den vergangenen Jahren war Claerbouts Schaffen in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in bedeutenden Institutionen weltweit zu sehen. Die Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, ist seine erste grosse Einzelpräsentation in einem Schweizer Museum.
Kurator: Konrad Bitterli
Unterstützt von der Stadt St.Gallen
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16. Februar – 15. Juni 2008
Tàpies, Hartung, Uecker, Förg
Aus der Schenkung der Stiftung Franz Larese und Jürg Janett –
Künstlerportraits von Franziska Messner-Rast
Es gibt magische Orte, an denen sich jene aussergewöhnlichen Dinge ereignen, die als kulturelle Leistungen in die Geschichte eingehen. Einer dieser Orte ist die Erker-Galerie in St.Gallen. 1958 von Franz Larese und Jürg Janett gegründet, war sie das Gravitations-zentrum für die Kunst der Nachkriegsmoderne in der Schweiz und vermittelte zeitgenössische Kunst von höchstem Rang: Jean Arp, Eduardo Chillida, Hans Hartung, Asger Jorn, Serge Poliakoff, Antoni Tàpies oder Günther Uecker. Nicht nur die Künstlerliste beeindruckt, auch die Art und Weise der Vermittlung von Kunst war wegweisend. So trafen sich Künstler mit Kunstfreunden und Literaten bei regelmässigen Erker- Treffen zum intensiven Gedankenaustausch. Zur Erker-Galerie gehört neben einem Verlag auch die berühmte Erker-Presse, die bis heute erstrangige Editionen auflegt.
Das Kunstmuseum St.Gallen durfte 2006 von der Stiftung Franz Larese und Jürg Janett eine der grossartigsten Vergabungen seiner Geschichte entgegennehmen, mehr als 1000 erlesene Druckgraphiken aus dem reichen Archiv der Erker-Presse. Aus diesem Fundus kann nun ein erster Ausschnitt präsentiert werden: Antoni Tàpies, Hans Hartung, Günther Uecker und Günter Förg. Ergänzt wird die Präsentation durch die erstmals gezeigten Künstlerportraits der Photographin Franziska Messner-Rast.
Kurator: Roland Wäspe
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1. März – 12. Mai 2008
Erwin Wurm
The artist who swallowed the world
Was mag wohl den ergrauten Herrn dazu bewogen haben, sich Faserstifte in die Körperöffnungen zu stecken und Rollfilmdosen wie Monokel ins Auge zu klemmen? Genau auf solche Momente des Absurden zielt das Schaffen des in Wien lebenden Künstlers Erwin Wurm (*1954 Bruck/Mur), der mit seinen One minute sculptures berühmt geworden ist. Freunde und Bekannte wurden gebeten, nach Anweisung für die Dauer einer Minute Handlungen zu vollziehen – gleichsam als momentane menschliche Skulptur: sei es, dass man auf einem Teppich sitzend eine Minute an Spinoza denkt, sich einen Pullover verkehrt herum anzieht oder sich für einen kurzen Moment, einen Kleiderbügel mit Hemd im Mund, auf ein Podest stellt. Als ‹Skulpturen mit Peinlichkeiten› hat Erwin Wurm seine Arbeiten einmal beschrieben. Den abgründigen Irrwitz setzt er kongenial in Szene: wenn Autos aus ihrer Form quellen, Lastwagen die Wände hoch gehen oder ein biederes Vorstadthäuschen auf das Museum Moderner Kunst in Wien fällt. Stets geht es Wurm um skulpturale Fragen, um Transformationen von Volumen, die jenen überraschend neuen Blick auf die Welt eröffnen. Die Ausstellung, entstanden in Kooperation mit dem Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (Mumok) und den Deichtorhallen in Hamburg, eröffnet die Gelegenheit zur Begegnung mit dem Werk eines der bedeutendsten Künstler der Gegenwart: The artist who swallowed the world.
Kurator: Roland Wäspe
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8. Dezember 2007 – 17. Februar 2008
Christoph Rütimann
Der grosse Schlaf und mehr: eine Werkschau
Christoph Rütimann (*1955 in Zürich, lebt und arbeitet in Müllheim / TG) zählt nicht erst seit seiner spektakulären Installation an der Biennale von Venedig 1993 zu den herausragenden Kunstschaffenden seiner Generation in der Schweiz. Obwohl sich sein Werk durch eine Vielzahl künstlerischer Umsetzungsstrategien und Medien auszeichnet, lassen sich durchgehende Konstanten ausmachen, bei denen immer ein Bezug zu naturwissenschaftlichen Fragen spürbar bleibt, denen sich Rütimann in spielerischer Weise nähert und die vermeintliche Rationalität wissenschaftlicher Diskurse um die Dimension des Unwägbaren erweitert. Zwei Ausstellungen im Kunstmuseum St.Gallen und im Kunstmuseum Thurgau werden erstmals einen vertieften Einblick in das reiche OEuvre des Künstlers gewähren. Die St.Galler Präsentation, die anschliessend im Kunstmuseum Bonn zu sehen sein wird, erschliesst das Rütimannsche Universum gleichsam von der Linie über die Malerei bis zur Skulptur. Zu den Ausstellungen erscheint in der Reihe Binding Sélection d’artistes die erste umfassende Werkmonographie.
Kurator: Konrad Bitterli
Unterstützt von Brauerei Schützengarten St.Gallen.
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25. August 2007 – 27. Januar 2008
Brave Lonesome Cowboy
Der Mythos des Westerns in der Gegenwartskunst oder: John Wayne zum 100. Geburtstag
Am 26. Mai 2007 jährt sich zum hundertsten Mal der Geburtstag von Marion Michael Morrison, berühmt geworden unter seinem Pseudonym John Wayne. Wie kein anderer verkörpert er den Western und hat die Rolle des raubeinigen, aber rechtschaffenen Cowboys, des pflichttreuen Soldaten und gerechten Sheriffs entscheidend mitgeprägt, aber ebenso dazu beigetragen, dass die Geschichte der Eroberung des Wilden Westens rücksichtslos glorifiziert und der Genozid an den Ureinwohnern schlicht ignoriert wurde. John Waynes Regisseure wie John Ford oder Howard Hawks haben die Vorstellung der weiten Landschaft von Freiheit und Unabhängigkeit bestimmt, und ihre Filme haben bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüsst. Grund genug, der legendären Filmfigur bzw. dem Genre des Westerns eine Ausstellung zu widmen und den durch Hollywood geprägten Mythos aus der Perspektive der Gegenwartskunst zu befragen. Vor dem Hintergrund der US-amerikanischen Politik der letzten Jahre zeigt sich die radikale Dekonstruktion durch die Künstler unserer Zeit, so u. a. durch Andy Warhol, Richard Prince, Andrea Geyer, Alex Hanimann, David Reed, Christian Vetter... Parallel zur Ausstellung, die in veränderter Form in der Villa Merkel in Esslingen gezeigt wird, organisiert das KinoK ein umfangreiches Filmprogramm.
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1. September – 25. November 2007
Emily Jacir
Die 1970 in Bethlehem geborene, in Saudi- Arabien aufgewachsene und in New York lebende Palästinenserin Emily Jacir zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlerinnen aus dem Nahen Osten. Ihre Lebensstationen lassen die inhaltliche Brisanz ihres künstlerischen Schaffens bereits erahnen: das Aufeinanderprallen verschiedener Kulturen und unterschiedlicher religiöser und politischer Anschauungen sowie die individuellen Strategien,mit diesen Verhältnissen umzugehen. In der Zeichnungsserie «From Paris to Riyadh», 1999–2001, wird diese Überblendung westlicher Kultur und arabischer Wertvorstellungen eindrücklich Bild, indem die nackte Haut von Models in Hochglanzmagazinen mit Bleistift übermalt wird, um den Traditionen in Saudi- Arabien zu entsprechen. Mit Emily Jacir, die in den vergangenen Jahren an den Biennalen von Gwangju, Sharjah und Venedig prominent hervorgetreten ist,wird eine Künstlerin gezeigt, deren Werk die aktuellen politischen Umstände im Nahen Osten schonungslos thematisiert, sie aber zugleich in eine eigenständige bildnerische Form von ausserordentlichem visuellem Reiz und eindrücklicher Stringenz übersetzt.Bei der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Villa Merkel in Esslingen realisiert wird, handelt es sich um die erste Präsentation der Künstlerin in der Schweiz.
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26. Mai 2007 – 19. August 2007
In the Eye of the Storm
Im Auge des Zyklons
St.Gallen/Vaduz doppelt entschleunigt
Yael Bartana, Filipa César, David Claerbout, Sharon Hayes, Matthew McCaslin, Shahryar Nashat, Anri Sala, Roman Signer, Andy Warhol
«Entschleunigung» – der Begriff geht um die Welt. Im theologischen und ökologischen Umfeld der 1990er-Jahre geprägt, füllt er inzwischen die Medien: Entschleunigung des Turbokapitalismus, asketischer Lebensstil, Slow Food usw. sind nur einige der Schlagworte, die regelmässig damit assoziiert werden. Auch die Kunst feiert trotz andauerndem Hype die Wiederentdeckung der Langsamkeit. Im Jahr der documenta XII, der Biennale von Venedig und zahlreicher anderer Grossveranstaltungen unternehmen das Kunstmuseum St.Gallen und das Kunstmuseum Liechtenstein gemeinsam den Versuch, sich aus unterschiedlichen Perspektiven dem Phänomen der «Entschleunigung» anzunähern.
«In the Eye of the Storm/Im Auge des Zyklons»
lautet der Titel der Ausstellung in St.Gallen. Gemeint ist die windstille Zone im Zentrum eines Wirbelsturms, dieser merkwürdig ruhige Ort inmitten heftigster Turbulenzen, der gleichsam als Metapher für die gesellschaftliche Situation von heute steht. Anhand bedeutender Werke internationaler Kunstschaffender wird dieser Ort in unterschiedlichster Weise bestimmt: als psychologisch aufgeladene Verlangsamung mittels Slow Motion, als momentaner Stillstand inmitten der ausbrechenden Katastrophe oder als meditative Stille inmitten eines tosenden Umfelds – den gezeigten Werken gemeinsam ist jener Moment der Latenz, der die Beschleunigung des Seins für einen Augenblick aufhebt und in der Schwebe hält.
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9. Juni 2007 – 12. August 2007
The Best of...
Focus (2): Meisterwerke im Kontext
Das Kunstmuseum St.Gallen beherbergt eine bedeutende Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Graphiken vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Aus Platzgründen kann diese jeweils nur in kleinen Ausschnitten gezeigt werden, während die Mehrzahl der geliebten Meisterwerke in den Schatzkammern des Museums schlummert.
Während der Sommermonate werden diese Schätze ans Licht gebracht, um einen Einblick in den Reichtum der St.Galler Sammlung zu bieten. Schwerpunkte bilden dabei die spätmittelalterlichen Skulpturen und Bildtafeln, die holländischen und flämischen Altmeistergemälde des 17. Jahrhunderts sowie die Meisterwerke des 19. Jahrhunderts von der Romantik bis zum Impressionismus – gleichsam ein «The Best of...» von der Gotik bis zur Jahrhundertwende. Dabei werden die Werke im historischen Kontext präsentiert und unter kulturhistorischen Fragestellungen eingehend erläutert: eine eindrückliche Bilder-Reise in die Vergangenheit. Während der Sommermonate verwandelt sich der Osttrakt des Museums in einen Indoor-Skulpturenpark mit Objekten von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart: Arp, Luginbühl,Tinguely...
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10. Februar 2007 – 28. Mai 2007
Trotzwurzeln lesen Kartenluft
Focus (1): St.Galler Kunst der 1970er-Jahre
zwischen Ausbruch und Isolation: Hauenstein
– Schweizer – Signer – Tagwerker
«Trotzwurzeln lesen Kartenluft» – der Titel der Ausstellung bezieht sich auf eine Serie von Radierungen des St.Galler Künstlers Rolf Hauenstein (*1951 in Amriswil), die in den 1970er-Jahren entstand, als die Kunstszene der Ostschweiz sich zwischen Internationalismus und Regionalismus zu positionieren hatte. «Wir verstehen diese Arbeit als eine Würdigung an den Säntis. Unsere Landschaft wird vom Säntis beherrscht. Die beiden Komponenten Bodensee und Säntis sind für unser Klima bestimmend, und wir meinen nicht nur in klimatischer, sondern auch in kultureller und geistiger Hinsicht.» So begründeten Roman Signer (*1938 in Appenzell) und Bernard Tagwerker (*1942 in Speicher) im Jahr 1975 ihre Gemeinschaftsarbeit «Bodensee und Säntis», ein Land-Art-Projekt von hierzulande ungeahnten Dimensionen und zugleich ein Moment-Monument von vergänglichem Charakter. Dabei ging es den beiden Künstlern nicht nur um eine Hommage an ihre kulturelle Herkunft. Die eindrückliche Aktion kann als ein Zeichen der Bewegung verstanden werden, die die St.Galler Kunstszene der 1970er-Jahre ergriff. Obwohl zur selben Zeit das Kunstmuseum St.Gallen wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste, leisteten Künstler wie Roman Signer und Bernard Tagwerker, aber auch Hans Schweizer (*1942 in Herisau) und Rolf Hauenstein einen entscheidenden Beitrag zum kulturellen Aufbruch in der Ostschweizer Metropole.
«Trotzwurzeln lesen Kartenluft» ist der erste Teil einer Ausstellungsreihe, die sich ausgewählten Sammlungsschwerpunkten widmet: Focus (1).
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24. Februar 2007 – 13. Mai 2007
Bethan Huws
«Singing to the Sea» – so der Titel eines eindrücklichen Films von Bethan Huws (*1961). Ein bulgarischer Frauenchor besingt das Meer an der Küste Northumberlands, der menschliche Gesang trifft auf das Rollen der Wellen, die Klänge aus den Bergen berühren die See. Solche subtile geographische Verschiebungen wie auch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturräume sind charakteristisch für das Schaffen der in Wales geborenen, in London ausgebildeten und heute in Paris lebenden Künstlerin. In Rückbesinnung auf die radikalen Positionen der Konzeptkunst hat sie ein eigenwilliges Werk entwickelt, das die inhärente Selbstbezüglichkeit der Moderne aufbricht und sie an das eigene Erleben und Empfinden bindet. Dabei bedient sie sich sowohl der klassischen Medien wie Zeichnung oder Skulptur, aber auch der Fotografie und des Films.
Versetzen und Übersetzen: Mit subtiler Poesie und feinem Humor spielen das eigene Erinnern und die Frage nach der kulturellen Identität im Schaffen der Künstlerin eine wesentliche Rolle. Die umfassende Einzelpräsentation wurde in Zusammenarbeit mit dem Bonnefantenmuseum in Maastricht erarbeitet und ermöglicht einen vertieften Einblick in das stille Werk von Bethan Huws.
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16. Dezember 2006 – 11. Februar 2007
HEIMSPIEL 2006
Ostschweizer Kunstschaffen
SG, AR, AI, TG, FL, Vorarlberg
Die Ausstellung «HEIMSPIEL» findet gleichzeitig im Kunstmuseum, in der Neuen Kunst Halle St.Gallen und im Projektraum exex statt und bietet mit 47 eingeladenen Künstlern einen Einblick ins regionale Kunstgeschehen.
Weitere Informationen unter: www.heimspiel.tv
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13. Mai 2006 – 28. Januar 2007
...durch die Jahrhunderte
Museen
sind eigentliche Zeitspeicher. Sie sammeln und bewahren die Jahrhunderte.
Und so wird ein Besuch in einer historischen Sammlung meist zum
Gang durch die Epochen. Wegen akuten Platzmangels können
im Kunstmuseum St.Gallen jeweils nur kleine Teile der Sammlung
in thematischen oder historischen Aspekten der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden.
In
sommerlicher Hängung werden die Glanzlichter
der Sammlung zum Mittelpunkt und erlauben einen
abwechslungsreichen Spaziergang durch Jahrhunderte
Kunstgeschichte.
26. November 2006 – 28. Januar 2007
Insert (3) im Projektraum Silvie Defraoui – Kulturpreisträgerin 2006 der Stadt St.Gallen
Silvie Defraoui gehört zusammen mit ihrem Lebenspartner Chérif Defraoui (1932-1994) zu den Pionieren der Videokunst. Ihr reiches künstlerisches Schaffen, für das ihr der Kulturpreis der Stadt St.Gallen verliehen wird, geht zu den Quellen der Existenz. Im Zeitalter der medialen Wirklichkeiten spürt sie den grundlegenden Elementen der individuellen und kollektiven Wahrnehmung, der kulturellen Herkunft, der Formung von Identität und der Struktur visueller Codes nach.
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27. Mai – 13. August 2006
Jonathan Monk
Yesterday today tomorrow etc.
Konzeptkunst
sei kopflastig; dieses Vorurteil widerlegt der 1969 in Leicester
geborene Jonathan Monk in gewohnt britischer Manier – mit
sprichwörtlich englischem
Humor. Der Künstler nähert sich der Kunstgeschichte
der sechziger und siebziger Jahre mit passionierter Sammlerleidenschaft
und nüchterner Distanz. Dabei gelingt es ihm,die radikalen Methoden
für die Gegenwart
neu zu interpretieren. Seine Beschäftigung mit den Verfahren der
Konzeptkunst in Form von Foto- und Textarbeiten, Objekten oder Installationen
mit 16-mm-
Filmen oder Diaprojektionen ist indes weit davon entfernt, puristisch
zu sein. Bei Monks Umwertungen der Kunstgeschichte handelt es sich
meist um eine Art konzeptueller Überlagerung, in der die Originale,
die der
Künstler sich aneignet,in neuem Kontext gesehen und ins eigene
Werk integriert werden.
Die
Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen, organisiert
in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Hannover
und der Kunsthalle Nürnberg, ist die
erste umfassende Einzelpräsentation
dieses bedeutenden
Post-Konzeptualisten in der Schweiz und verspricht
einen anregenden Dialog mit der jüngeren Kunstgeschichte.
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13. Mai 2006 – 28. Januar 2007
...durch die Jahrhunderte
Museen
sind eigentliche Zeitspeicher. Sie sammeln und bewahren die Jahrhunderte.
Und so wird ein Besuch in einer historischen Sammlung meist um
Gang durch die Epochen. Wegen akuten Platzmangels können
im Kunstmuseum St.Gallen jeweils nur kleine Teile der Sammlung
in thematischen oder historischen Aspekten der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden.
In
sommerlicher Hängung werden die Glanzlichter
der Sammlung zum Mittelpunkt und erlauben einen
abwechslungsreichen Spaziergang durch Jahrhunderte
Kunstgeschichte.
13. Mai 2006 – 20. August 2006
Insert (1) im Projektraum
Yan Duyvendak – Side Effects (1)
3. Mai 2006, 20.15 Uhr
Performance: You’re dead
Das Schaffen von Yan Duyvendak (*1965) entsteht im Spannungsfeld zwischen Film- oder Fernsehausschnitten und dem aussichtslosen Unterfangen, diese Bilder in die eigene Wirklichkeit zu übersetzen. Ob der Künstler sich nun mit dem Kultfilm «Matrix» auseinander setzt oder Reality-Shows nachspielt, stets hinterfragt Yan Duyvendak unsere Konsumgesellwelt wie auch das Medium selbst.
Performance «You’re dead»: 3. Mai, 20.15 Uhr Ausstellung «Side Effects» (1): 13. Mai – 20. August 2006
26. August – 5. November 2006
Insert (2) im Projektraum Salla Tykkä – Power Salla
Tykkäs Videoarbeiten lassen ein weites Spektrum cineastischer Quellen erkennen – vom Genre des Boxerfilms im Video «Power» (1999) bis zum Hitchcock-Thriller in «Zoo» (2006). Ihre metaphorische Bildsprache thematisiert soziale Machtbeziehungen genauso wie die Welt des Unterbewussten und Imaginären. Neben Eija-Liisa Ahtila gehört Salla Tykkä zu den bekanntesten Videokünstlerinnen der skandinavischen Szene. 1973 in Finnland geboren, graduierte sie an der Academy of Fine Arts in Helsinki, und bereits vor ihrem Abschluss gewann sie mit ihren Werken internationale Anerkennung.
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8. April – 14. Mai 2006
Mental Image
Wortwerke und Textbilder
«Painted» schreibt
der amerikanische Künstler
Lawrence Weiner (*1942) Ende der sechziger Jahre in lapidaren Lettern
an eine Museumswand. Die Textarbeit ersetzt das klassische Tafelbild.
Dermassen entmaterialisiert, löst sich das Objekt der Kunst in
Handlungsanweisungen oder sprachliche Strukturen auf. Damit einher
geht eine grundlegende Befragung des Kunstwerks an sich.Zugleich eröffnet
sich dem Betrachter
eine Welt möglicher Vorstellungen, die ihn aktiv an der Konstruktion
von Bedeutung teilhaben lässt. Inzwischen ist diese radikale Geste
der Lingualisierung längst selbst zur Tradition geworden, und
Generationen von Kunstschaffenden beziehen sich in unterschiedlicher
Weise auf Pioniere wie On Kawara oder Lawrence Weiner.
Die
Ausstellung «Mental Image» vereint
unterschiedliche künstlerische Strategien
im Umgang
mitWort als Bild und Text als «Skulptur» , aber auch mitWort-Bild-Kombinationen,
charakteristisch für Künstler wie Fernando Bryce (*1965)
oder Lutz/Guggisberg
(*1968/*1966), und lädt den Betrachter zur lustvollen Sinnkonstruktion
ein.
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24. Februar – 30. April 2006
Yves Mettler
Manor-Kunstpreis St.Gallen 2006
«Ich
war immer ein guter Bahnhof.Was soll das, eine Stadt mit zwei
Hauptbahnhöfen wie eine Armee mit zwei Hauptquartieren
oder ein Typ mit zwei Köpfen?» Diesen wunderbar-absurden
Dialog zwischen dem Mönchengladbacher und dem Rheydter
Bahnhof hat Yves Mettler (*1976) in seiner Installation «HBF–HBF» inszeniert.
Sein künstlerisches Schaffen bringt stumme Dinge wie Vorstadtsiedlungen
oder Seilbahnstationen
miteinander ins Gespräch und thematisiert vertraute Orte, die
er ihrer unbeachteten Alltäglichkeit entreisst und sie in raffinierte
Installationen übersetzt. Erst ihre
Transformation befreit sie von funktionalen Zwängen und bringt
sie gleichsam zum Sprechen. Dabei offenbaren sich jene ideologischen Übereinkünfte,
die den Dingen
eigen sind. Der in Berlin lebende Ostschweizer Künstler wurde
mit dem Manor-Kunstpreis 2006 ausgezeichnet.
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26. November 2005 – 26. März
2006
Rembrandt –
Seine Epoche, seine Themen, seine Welt
Der Meister der Radierkunst im
Spiegel der Malerei des Goldenen Zeitalters
Rembrandt
zählt zu den Grossen der Kunst. Sein Name wurde zum Inbegriff
des Goldenen Zeitalters, jener kulturellen Blütezeit Hollands
im 17. Jahrhundert, als sich die junge Nation zur führenden
See- und Handelsmacht entwickelte. 1606 in Leiden geboren,
war Rembrandt Harmensz. van Rijn von 1632 bis zu seinem Tod
1669 in der reichen Handelsmetropole Amsterdam tätig,
wo er eine einflussreiche «Akademie» mit florierendem
Werkstattbetrieb führte.
Rembrandts
Schaffen ist in seinem thematischen Reichtum
unübertroffen, und nirgends werden seine
Experimentierlust, Innovationskraft und technische
Brillanz so anschaulich wie im umfangreichen
Werkkomplex der Radierungen, die im Zentrum
der St.Galler Ausstellung stehen.
Bisher
noch nie gezeigte Werke
aus einer Schweizer Privatsammlung,
darunter alle berühmten
Blätter in frühen
Druckzuständen von
seltenerQualität,
ermöglichen einen
repräsentativen Einblick
in Rembrandts Meisterhafte
Radierkunst. Ergänzt
werden die über hundertfünfzig
Radierungen durch Gemälde
seiner Schüler und
Zeitgenossen, die eine
erlesene Gesamtschau über
Rembrandts Welt, seine
Bildthemen und seine Epoche
vermitteln. Die Präsentation
wird unterstützt von
der Bank CA St.Gallen und
dem Lotteriefonds des Kantons
St.Gallen.
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10. Dezember – 12. Februar 2006
Matthew Buckingham
Time Lines
Bildende
Kunst als eine andere Form der Geschichts- schreibung... Der
in New York lebende Künstler Matthew Buckingham (*1963),
dessen Schaffen nach Einzel- ausstellungen u.a. in Saint Louis,
Wien und Münster nun erstmals in der Schweiz zu sehen
ist,greiftimmer wieder historische Themen auf – beispielsweise
die gewaltsame Kolonialisierung Amerikas. Stets geht es um
die Frage, wie sich Geschichte konstruiert und wie Erinnerung
funktioniert.
Dazu
nutzt Buckingham Fotografie oder Film als
technische Erinnerungsspeicher, die sich
in ausser- ordentlich konzentrierten Installationen
subtil auf ihre medialen Traditionen beziehen.
So
erinnert seine Installation «A Man
of the Crowd», 2003, an den berühmten
Klassiker «Der dritte Mann» mit
Orson Welles, während «One Side
of Broadway», 2005, auf eine historische
Publikation aller dortigen Gebäude verweist
und Geschichte als permanente urbane und
gesellschaftliche Veränderung erfahrbar
werden lässt: unaufdringlich und denkwürdig.
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30. April – 6. November 2005
Idyllisch
Von der Romantik bis zur Gegenwart
Der
Vorstellungen von idyllischen Orten gibt es viele – angefangen
vom einsamen Wanderer bis zu den beliebten «fêtes
champêtres». Stets handelt es sich um die idealisierte
Darstellung von Menschen im Einklang mit der Natur. Dieses
irdische Paradies erscheint als eine der Zeit entrückte
Welt, die als harmonisch und «unverdorben» wahrgenommen
wird. Davon zeugen die zahlreichen Hirten- und Schäferdarstellungen,
die Ende des 19. Jahrhunderts als Gegenbilder zur zunehmenden
Verstädterung geschaffen wurden.
In
der Ausstellung «Idyllisch» treffen
Meisterwerke der deutschen Romantik auf Bilder
aus dem Umfeld der Ecole de Barbizon; dass auch
die Kunst der Gegenwart idyllische Motive aufgreift,
das belegen aktuelle Fotoarbeiten von Claudio Moser
bzw. eine raumgreifende Installation von eljka
Marušic/Andreas Helbling: zeitgenössische
Idyllen als Gegenwelt zur Gegenwart?
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2. September – 13. November 2005
Fabrice Gygi
«Roadblock»,
dt. Strassensperre, lautet der Titel einer 1997 entstandenen
Arbeit des Genfers Fabrice Gygi. Bereits im Begriff klingt
die inhaltliche Dimension seines Schaffens an. Wie kein Zweiter
hat es der 1965 in Genf geborene Künstler verstanden,
die Traditionen der Skulptur, insbesondere jene der Postminimal
Art der späten sechziger Jahre, in die Gegenwart zu übersetzen.
Seine skulpturalen Eingriffe und Installationen sind an körperlicher
Präsenz und Heftigkeit nicht zu überbieten und lassen
im Raum der Kunst die Anwesenheit realer physischer Bedrohung
oder staatlicher Macht unvermittelt spürbar werden. Zugleich
finden sich zarte Momente der Kommunikation oder des demokratischen
Zusammenlebens in fragilen Werken wie im «Bureau de votes».
Nach zahlreichen Ausstellungen im französischsprachigen
Raum zeigt das Kunstmuseum St.Gallen in Zusammenarbeit mit
dem Musée d’art moderne et contemporain (Mamco)
in Genf und der Villa Merkel in Esslingen erstmals eine umfassende
Werkpräsentation dieses bedeutenden Schweizer Künstlers
in der Deutschschweiz.
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8. Oktober – 6. November 2005
Yael Bartana
Ausstellung in Katharinen
Mit «Trembling
Time» trat die 1970 geborene Künstlerin Yael Bartana
an der Manifesta 4 in Frankfurt eindrücklich hervor.
Präzise rhythmisiert, wird in der Videoarbeit ein Moment
festgehalten, in dem im Heimatland der Künstlerin, in
Israel, das Leben stillsteht, um der Kriegstoten zu gedenken.
Wiederholt hat sich Yael Bartana in ihrem Werk mit der Militarisierung
des israelischen Alltags bzw. dem Selbstverständnis
des jüdischen Staates beschäftigt und dafür
Bilder gefunden, denen eine zutiefst verstörende Qualität
innewohnt: «Mich interessieren die Mechanismen eines
Staates, der eine Ideologie vorschreibt, und des Individuums,
das diese anwendet.» Nach einer Ausbildung an der Rijksakademie
in Amsterdam wurde das Schaffen von Yael Bartana an Ausstellungen
in Europa und Übersee gezeigt, so u.a. im P.S.1 in New
York, in den Kunstwerken Berlin oder an der 4. Kwanju Biennale
in Südkorea. Ihr St.Galler Projekt ist ihre erste Ausstellung
in einem Schweizer Kunstverein.
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25. Oktober – 13. November 2005
Daniel Libeskind
FuturoPolis
Seit
der Eröffnung des Jüdischen Museums in Berlin gilt
Daniel Libeskind (*1946) als eigentlicher Stararchitekt. Eigens
für die Startwoche der Universität St.Gallen zum
Thema «Stadt der Zukunft» wird er eine plastische
Struktur realisieren. Das Projekt «FuturoPolis» thematisiert
die zivilgesellschaftliche Stadt der Zukunft und versucht,
unterschiedliche Stadtutopien zu entwerfen. Libeskinds Struktur
besteht aus 98 unterschiedlichen Türmen. Als ästhetische
Grundstruktur dient sie den Studierenden zur Entwicklung ihrer
Vorstellungen der Stadt der Zukunft. Dabei stehen Themenbereiche
wie Wohnen, Freizeit, Produktion, Kultur und Bildung, Governance,
Natur und Ökologie sowie Identität und Spiritualität
im Zentrum der Recherchen.
Die spektakuläre Arbeit wird anschliessend vom 25. Oktober bis 13. November
im Kunstmuseum St.Gallen der Öffentlichkeit präsentiert.
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität St.Gallen.
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28. Mai 2005– 21. August 2005
Raoul
De Keyser
Retrospektive
Raoul
De Keyser gilt als «painter’s painter», als
ein Maler für Maler. Sein stilles Schaffen hat nicht erst
seit seiner Teilnahme an der documenta IX Generationen junger
Künstler beeinflusst; es erscheint vor dem Hintergrund
heutiger Malereidiskurse von ungebrochener Aktualität.
Der 1930 in Deinze/Belgien geborene De Keyser war Sportjournalist,
bevor er sich 1963 der Malerei zuwandte und sich mit aktuellen
künstlerischen Tendenzen, der Pop Art und der Farbfeldmalerei,
zu beschäftigen begann. Zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit
oszillierend, sind seine Gemälde durchdrungen von unterschiedlichen
malerischen Traditionen, und zugleich spüren sie in unnachgiebiger
Weise der unmittelbaren Gegenwart nach – als Blick aus
dem Fenster auf einen Baum oder einen Sportplatz, übersetzt
in eine autonome Malerei von ausserordentlich sinnlicher Präsenz.
In Zusammenarbeit mit der Whitechapel Gallery in London realisiert,
vereinigt diese erste umfassende Retrospektive in einem Schweizer
Museum kaum bekannte frühe skulpturale Bilder mit aktuellen
Werkgruppen zu einem Panorama malerischer Möglichkeiten.
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25. Februar 2005– 16. Mai 2005
Sweet Temptations
Dialoge mit der Sammlung Rolf Ricke
Rolf
Ricke zählt seit den sechziger Jahren zu den Pionieren
in der Vermittlung zeitgenössischer Kunst. In seiner Kölner
Galerie stellte er als einer der Ersten in Europa die amerikanische
Minimal und Postminimal Art vor und begleitete das Schaffen
von wegweisenden Künstlern wie Donald Judd, Barry Le Va,
Keith Sonnier oder Richard Serra. Von Serra soll auch die Bemerkung
stammen: «Wenn ich will, dass der Dom versetzt wird,
macht das der Rolf»
Mit seinem wachen Interesse an künstlerischen Entwicklungen blieb Rolf Ricke
stets am Puls der Zeit, ohne von seinen hohen Ansprüchen abzurücken.
Er förderte junge Kunstschaffende wie Cady Noland, Matthew McCaslin, Jessica
Stockholder oder Fabian Marcaccio, die sich inzwischen erneut als arrivierte
Positionen zeitgenössichen Kunstschaffens etablieren konnten.
Rolf Rickes eigene Sammlung mit bedeutenden Einzelwerken und umfassenden Werkgruppen ‹seiner› Künstler
dokumentiert dabei auf einzigartige Weise eine persönliche Sicht auf die
Kunst von den sechziger Jahren bis zur Gegenwart. Mit der Ausstellung ‹Sweet
Temptations› – der Titel verweist auch auf Rolf Rickes Vorliebe für
Süssigkeiten – wagen der Sammler und das Kunstmuseum St.Gallen ein
einmaliges Experiment mit einer privaten Kollektion, die nicht allein als individuelle
Leistung gefeiert, sondern im Rahmen eines öffentlichen Museums auf ihre
kunsthistorische Bedeutung hin befragt werden soll. Entsprechend werden ausgewählte
Werkgruppen aus der Sammlung Rolf Ricke im Dialog mit St.Galler Museumsbeständen
gezeigt.
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4. Dezember 2004 – 17. April 2005
Me Myself I
Konstruktion von Raum und Identität in der
Kunst der Gegenwart.
«Me
Myself I» lautet der Titel eines populären Hits der
amerikanischen Songwriterin Joan Armatrading, den die Südafrikanerin
Candice Breitz (*1972) in eine eindrückliche Videoinstallation übersetzte.
Allein im Zugabteil sitzend, blickt die Künstlerin in die
dunkle Nacht und die vorbeiziehenden spärlich beleuchteten
Orte hinaus, während sie den Popsong leise vor sich hin
summt: als ob sie sich singend des eigenen Daseins vergewissern
wollte. Anhand bedeutender Werke aus dem Bereich Neuer Medien
von Candice Breitz, Sylvie Fleury, Andrea Geyer, Alexander Hahn,
Hubbard&Birchler, Shahryar Nashat, Marco Poloni, David Reed
oder Pipilotti Rist werden unterschiedliche Konstruktionen von
Raum, von Erzählungen und Identitäten thematisiert:
menschliche Existenz als soziales Konstrukt zwischen Rollenverhalten
und Gesellschaftsspiel.
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10. Dezember 2004 – 13. Februar
2005
Caro Niederer
Leben mit Kunst
Manor-Kunstpreis 2004
Die
Wiedergabe der Wirklichkeit ist eine der grundlegenden Funktionen
bildender Kunst. Sie wird bei Caro Niederer (*1963) zum Ausgangspunkt
eines sich weit verästelnden künstlerischen Systems,
in dem die Produktion von Bildern genauso thematisiert wird wie
deren spätere Präsentation, sei es im privaten Raum
oder im Museum. Entstanden sind neben Gemälden in einer
Art Sepia-Malerei grossformatige Fotoarbeiten, die Interieurs
mit eigenen Bildern wiedergeben. Stets geht es der Künstlerin
dabei um die Aneignung von Bildern und damit letztlich um eine
spielerische Reflexion von bildender Kunst und deren Wirkmechanismen.
Die Ausstellung der Manor-Kunstpreisträgerin wird anschliessend
in der Ikon Gallery in Birmingham und im Museum Haus Lange in
Krefeld zu sehen sein.
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1. Oktober bis 28. November 2004
Defraoui
Archives du futur 1975 - 2004
Silvie & Chérif
Defraoui zählen zu den Pionieren der Video- und Multimedia-Kunst.
In ihrem künstlerischen Schaffen lässt sich die Entwicklung
der Neuen Medien seit den siebziger Jahren exemplarisch nachvollziehen.
In zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen,
u. a. an der Documenta 9 in Kassel, wurde ihr Schaffen international
wahrgenommen, und ihre langjährige Lehrtätigkeit an
der Ecole Supérieure d’Art Visuel (ESAV) in Genf
vermittelte Generationen junger Kunstschaffender entscheidende
Impulse.
Vor
dem Hintergrund des globalen Diskurses und der Bemühungen
um eine Öffnung der westlichen Kultur hin zu
anderen Kulturkreisen erscheint ihr gemeinsames Werk,
dessen Wurzeln in der von Silvie Defraoui (geboren
1935 in St.Gallen) vertretenen abendländischen
Tradition bzw. in Chérif Defraouis (Genf 1932
- 1994 Vufflens-le-Château) orientalisch-ägyptischer
Herkunft angelegt sind, bis heute von ungebrochener
Aktualität. So thematisieren die seit 1975 entstandenen
Archive der Zukunft in den eigenen Bildern das Fremde
und spiegeln zugleich das Fremde im eigenen Kulturraum.
Dieses „Lebenskunstwerk“ hat Silvie Defraoui
nach dem frühen Tod ihres Partners 1994 weiterentwickelt
und vertieft.
Die
Ausstellung, die das Kunstmuseum St.Gallen
in Zusammenarbeit mit dem Musée d’art
moderne et contemporain in Genf und dem Macedonian
Museum of Contemporary Art in Thessaloniki
erarbeitet hat, bietet zum ersten Mal die
Gelegenheit einer umfassenden Gesamtsicht
auf ein Œuvre, das sich bei aller thematischen
Konsequenz inhaltlich weit verzweigt.
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29. Mai 2004 – 14. November 2004
Von Angesicht zu Angesicht
Das Antlitz des Menschen in der Kunst
Es
ist ein unbestrittenes Meisterwerk der abendländischen Kunst:
das «Bildnis des Balthasar von Kerpen» des Renaissance-Malers
Barthel Bruyn. Das repräsentative Standesportrait des wohlhabenden
Kaufherrn steht damit am Anfang einer Epoche, in der die bildende
Kunst das menschliche Antlitz zu entdecken beginnt. In der Tradition
der Portraitmalerei wird die Beschäftigung des Menschen
mit sich und seinem Gegenüber gleichsam Bild. Dabei überlagern
sich unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse von
Portraitierten und Portraitierenden und verorten sich stets von
neuem zwischen Sympathie und Abneigung, zwischen idealisierender Überhöhung
und tiefenpsychologischer Durchdringung.
«Das
Antlitz des Menschen in der Malerei»,
so der Untertitel der Ausstellung, spannt
den Bogen von der Feinmalerei der Renaissance
bis zu den computergenerierten Bildern der
Gegenwart und vermittelt dabei einen unnachgiebig
forschenden Blick auf die menschliche Existenz
im Wandel der Zeiten.
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13. Juni 2004 – 12. September
2004
Andy Warhol. Self-Portraits
Andy
Warhol (1928–1987) schuf die Ikonen unserer Zeit und untersuchte
viele Mechanismen, welche die Kunst- und Medienlandschaft heute
prägen. Anfang der sechziger Jahre verlieh er mit seinen
Portraits berühmter Filmstars und den Darstellungen von
Katastrophen dem Bild der modernen Medienwelt wie kein Zweiter
einen künstlerischen Ausdruck. Unsere Vorstellung der Schauspielerin
Marilyn Monroe etwa ist untrennbar von dem Image geprägt,
das Andy Warhol von ihr entworfen hat, und er ist der einzige
Vertreter der amerikanischen Pop Art, dem es gelungen ist, sich
selbst zum Pop-Star zu stilisieren. Seit seinem frühen Tod
1987 ist Andy Warhols Schaffen unter verschiedenen Aspekten beleuchtet
worden. Erstmals jedoch widmet sich ein Projekt dem Thema der
Selbstportraits. Beginnend mit Zeichnungen aus den vierziger
Jahren bis zu den grossartigen späten Selbstbildnissen portraitierte
sich Andy Warhol über Jahrzehnte immer wieder selbst und
rückte seine eigene Person damit in eine Reihe mit den Ikonen
seiner Zeit. Das Projekt «Andy Warhol. Self-Portraits»,
das in Zusammenarbeit mit dem Sprengel Museum Hannover und der
Scottish National Gallery of Modern Art Edinburgh entsteht, wird
erstmals das Bild des Künstlers zwischen Medienikone und
existentieller Befindlichkeit thematisieren und damit einen neuen
Blick auf einen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts
werfen.
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14. Februar 2004 – 31. März
2004
Global World / Private Universe
«Globalisierung» hier, «Individualisierung» dort – auf
solche Schlagwörter werden das aktuelle Weltgeschehen und
gesellschaftlichen Veränderungen verkürzt. Wie reflektiert
die Kunst diese Entwicklungen? Die Ausstellung «Global
World / Private Universe» stellt sich den Widersprüchen
in einem künstlerischen Diskurs zwischen mediatisierter
Welt und privatem Raum. Der Ausstellung liegt die Feststellung
zugrunde, dass Kunst Wirklichkeit stets aus einer subjektiven
Sicht wahrnimmt und sie dabei stets zu strukturieren, zu «erklären» sucht.
In der Ausstellung «Global World / Private Universe» offenbart
sich dies in Form von zusammenhängenden Werkgruppen, von
ausufernden Bildfeldern oder enzyklopädischen Ordnungen.
Angelpunkt bilden zeichnerische Ansätze, in deren ausgreifender
Präsentation sich der Versuch von universalen Erklärungsmodellen
andeutet, diese jedoch gleichzeitig ins Absurde wendet. «Global
World / Private Universe» konfrontiert umfassende Werkblöcke
von Künstlern wie Matt Mullican, Raymond Pettibon oder Erwin
Wurm mit Schweizer Kunstschaffenden wie Alex Hanimann oder Silvia
Bächli und spannenden «Newcomern», zum Beispiel
Fernando Bryce, Emily Jacir oder Diana Cooper. Zusammen reflektieren
sie die endlosen Möglichkeiten individueller Universen in
einer globalisierten Welt.
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6. Dezember 2003 – 1. Februar
2004
Heimspiel
Kunstschaffen 2003 AI, AR, FL, SG,
TG und Vorarlberg
Künstlerisches
Schaffen als Heimspiel, die Kunst als friedlicher Wettbewerb?
Im Turnus von drei Jahren findet im Kunstmuseum und in der Kunsthalle
St.Gallen eine umfassende Präsentation des regionalen Kunstgeschehens
statt. Mit dabei sind über fünfzig Künstler, die
sich einer mit externen Fachleuten besetzten Jury stellen. Unter
Federführung des Kantons St.Gallen realisiert, kommt der
Ausstellung die Funktion eines vielbeachteten Schaufensters für
das Kunstschaffen der Region zu. Erstmals mit dabei sind Künstler
aus Vorarlberg. Sie erweitern das diesjährige „Heimspiel“ zum „Spiel
ohne Grenzen“, zum länderübergreifenden Projekt,
das dem Austausch über künstlerische Gattungen genauso
wie über territoriale Grenzen hinweg dient.
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20. September 2003 – 16 Mai 2004
Ungezähmt – Gezähmt
Ein Gang durch die Landschaft in
der Kunst
Ungezähmte
Wildnis oder beschauliche Idyllen, abweisende Felsen gegen sanfte
Hügel – zwischen solchen Polen entwickelt sich die
Tradition der Landschaftsmalerei und spiegelt gleichzeitig das
sich wandelnde Naturverständnis der Epochen. Von den niederländischen
Altmeistern bis zur Malerei des 19. Jahrhunderts: Die St.Galler
Kunstsammlung ist reich an pastoralen wie pittoresken Landschaften
in erlesenen Meisterwerken von Jan van Goyen, Salomon van Ruysdael,
Carl Spitzweg, Robert Zünd, Gustave Courbet, Camille Pissarro
oder Alfred Sisley. Und auch die zeitgenössische Kunst ist
mit „landschaftlichen“ Installationen von Roman Signer
und Christoph Rütimann erstrangig vertreten, so dass sich „Ungezähmt – Gezähmt“ als
musealer Spaziergang durch die Zeiten präsentiert, als Gang
durch die Geschichte der Landschaft in der Kunst.
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Weitere Ausstellungen im Kunstmuseum
St.Gallen
20.11.99 – 30.04.00 Endgames
18.12.99 – 27.02.99 Bernard Frize
18.03.00 – 25.06.00 Jessica Stockholder / Mary Heilmann
19.05.00 – 15.10.00 Das Goldene Zeitalter
07.07.00 – 10.09.00 Christoph Büchel
15.07.00 – 10.09.00 Gesten der Freiheit
30.09.00 – 26.11.00 John Armleder & Sylvie Fleury
09.12.00 – 14.01.01 Ostschweizer Kunstschaffen
03.02.01 – 29.04.01 Matt Mullican
12.05.01 – 19.08.01 Ferdinand Gehr
01.09.01 – 11.11.01 David Reed
15.09.01 – 14.04.02 Die Farbe zum Leuchten bringen ...
30.11.01 – 10.02.02 Künstlerräume / Sammlerräume
15.09.01 – 14.04.02 Die Farbe zum Leuchten bringen ...
01.03.02 – 12.05.02 Andres Lutz / Anders Guggisberg
01.03.02 – 12.05.02 Sechs Ostschweizer Kunstschaffende
04.05.03 – 08-09.02 Alpen-Pop. Warhol und die Bauernmalerei
01.06.02 – 11.08.02 Teresa Hubbard / Alexander Birchler
07.09.02 – 24.11.02 Katharina Grosse
22.11.02 – 16.03.03 Dialoge 70/90
14.12.02 – 16.02.03 Out of the Dark
01.03.03 – 11.05.03 Ayse Erkmen: Kuckuck
29.03.03 – 24.08.03 Striptease: Vom Enthüllen und Verschleiern in
der Kunst
24.05.03 – 10.08.03 Olivier Mosset
23.08.03 – 16.11.03 Luc Tuymans: The Arena
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Weitere Ausstellungen in Katharinen
Lifestyle
27.05.00 - 09.07.00 Reto Boller
28.04.01 - 17.06.01 Candice Breitz
24.08.02 - 29.09.02 Shahryar Nashat
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