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Malerei der Gegenwart

Die zeitgenössische Malerei ist in der Sammlung mit bedeutenden Einzelwerken und umfangreichen Werkgruppen von Marcia Hafif (*1929), Imi Knoebel (*1940), Olivier Mosset (*1940), Gunter Umberg (*1942), Helmut Federle (*1944), Günther Förg (*1952) und Bernard Frize (*1955) präsent, während David Reed (*1946), John Armleder (*1948), Jessica Stockholder (*1959) und Fabian Marcaccio (1963) das klassische Tafelbild zu anderen künstlerischen Gattungen und Medien hin öffnen.

 


Imi Knoebel (*1940)
Hello Darkness, 2001
Acryl auf Aluminium, 323,1 x 348,2 x 4,5 cm
Erworben von der Marie Müller-Guarnieri-Stiftung, 2004

 

Imi Knoebel zählt zusammen mit Blinky Palermo zu den wichtigsten Schülern von Joseph Beuys an der Düsseldorfer Akademie. Bereits während seiner Ausbildung setze er sich vom prägenden Vorbild ab und fand zu einer Malerei, in der die kategoriellen Bedingungen des Mediums stets neu befragt werden. Sein für die Entwicklung der Malerei so bedeutsames Schaffen kann in St.Gallen wie in keinem andern Schweizer Museum präsentiert werden dank einem umfangreichen Konvolut von «Linienbildern» (1966-1968), dem Hartfaserkreuz (1968/86) und einer farbintensiven Malerei auf Aluminium aus einer aktuelleren Werkphase: «Hello Darkness» (2001).

 


John Armleder (*1948)
Untitled (Pour Painting), 2002
Mischtechnik auf Leinwand, 280 x 190 cm
Erworben mit Unterstützung des Bundesamtes für Kultur

 

Als Performer, Maler und Installationskünstler zählt John Armleder zu den wichtigsten Impulsgebern für Generationen zeitgenössischer Kunstschaffender, die sich an der Schnittstelle zwischen Hoch- und Populärkultur bewegen. Sein Schaffen ist mit «Furniture Sculptures» in St.Gallen erstrangig vertreten und erhält durch ein Gemälde aus der «Pour Painting»-Serie einen eigentlichen Glanzpunkt. Darin rezykliert Armleder die Kunstgeschichte, insbesondere Morris Louis’ Schüttbilder, zudem lässt er durch die Verwendung leuchtender Signalfarben und funkelnden Glimmers Referenzen an die Alltagskultur, an die Party- und Discoszene, anklingen und verbindet das klassische Tafelbild mit dem Profanen der Lebenswelt.

 


David Reed (*1946)
Scottie’s Bedroom, 1994
Installation mit Gemälde #297, 1989/91
Dimensionen variabel
Erworben von der Ernst Schürpf-Stiftung, 2003

 

«Ich hatte immer den Ehrgeiz, Schlafzimmermaler zu sein», betont der in New York lebende Künstler David Reed. Sein Schaffen, das in den siebziger Jahren mit prozessorientierten Bildern einsetzt, zählt zum Faszinierendsten der zeitgenössischen Malerei. «Scottie’s Bedroom» (1994) gilt als Hauptwerk des Künstlers, in dem er ein eigenes Gemälde in ein Schlafzimmer-Ensemble integriert und mit einer Filmsequenz aus Alfred Hitchcocks berühmtem Streifen «Vertigo» konfrontiert.
In diesen ist dasselbe Bild wiederum digital in eine Schlafzimmerszene eingesetzt worden. Mit der hintersinnigen Konzeption nimmt der Künstler Bezug auf das Massenmedium Film und hinterfragt in lustvoller Weise die Möglichkeiten der Malerei in einem erweiterten Feld zeitgenössischer Visualität. Das gilt auch für das Schaffen von Fabian Marcaccio. In virtuoser Weise verbindet sich in seinen malerischen «Collagen» die Gesten des abstrakten Expressionismus mit verschiedenen technischen Reproduktionstechniken und der Bildwelt der Neuen Medien zu höchst komplexen malerischen Organismen, die er in Überblendung von Painting (Malerei) und Mutant (Verändertes) als «Paintant» bezeichnet und die Malerei damit in der Gegenwart zu verorten sucht.

 


Fabian Marcaccio (*1963)
Hyper-Developed Chaco, 1997-98
Öl auf Leinwand, Kupferrohre und Nylonseil
ca. 175 x 210 x 45 cm
Kunstmuseum St.Gallen
ehemals Sammlung Rolf Ricke

 

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