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Malerei im 19. Jahrhundert: Impressionismus

Der Rang einer Gemäldesammlung wird immer auch an den Beständen impressionistischer Malerei bemessen: Das St.Galler Museum ist dank Schenkungen der Sturzeneggerschen Gemäldesammlung sowie des 1999 erfolgten Legats von Emma Lina Hendel in der Lage, die Herleitung des Impressionismus aus der Malerei des 19. Jahrhunderts und seine Weiterentwicklung bis zum Beginn der Moderne anhand erstrangiger Gemälde darstellen zu können.

 


Camille Pissarro (1839-1906)
Landhaus in der Hermitage, Pontoise, 1873
Öl auf Leinwand, 50,5 x 65,5 cm
Sturzeneggersche Gemäldesammlung, 1936

 

Camille Pissarro (1839-1906) war die Integrationsfigur der lose verbundenen Künstlergruppe, zu der Edgar Degas (1834-1917), Claude Monet (1840-1926), Alfred Sisley (1839-1899) und Auguste Renoir (1841-1919) zählten. Sie alle sind mit Werken in St.Gallen vertreten. Pissarros «Landhaus in der Hermitage, Pontoise» entstand ein Jahr vor der heftig kritisierten ersten Impressionisten-Ausstellung 1874 und darf als charakteristisches Beispiel für die entscheidende Phase des Impressionismus gelten. Das an sich unspektakuläre Motiv - ein zwischen Hügeln eingebettetes Gebäude mit Gärten und Obstbäumen, übersetzt in die flächige Tektonik des strengen Bildaufbaus - lebt vor allem durch das atmosphärische Spiel des Lichtes, das den Eindruck eines flüchtigen Moments auf der Leinwand evoziert.

 


Claude Monet (1840-1926)
Palazzo Contarini, Venedig, 1908
Öl auf Leinwand, 92 x 81 cm
Von der Ernst Schürpf-Stiftung erworben 1950

 

In Claude Monet hat der Impressionismus seinen Verfechter par excellence. Seine Malerei ist es, die das Prinzip der reinen optischen Wahrnehmung am konsequentesten realisiert. Neben einem Werk aus den 1870er Jahren, «Ein Nebenarm der Seine bei Vétheuil» (1878), ist es insbesondere der «Palazzo Contarini, Venedig» (1908), der ihn als Meister impressionistischer Lichtmalerei auszeichnet. Monet löst die klassische venezianische Vedute auf in ein dichtes malerisches Gewebe reich nuancierter Farbübergänge und schafft einen vibrierenden Bildklang, dessen blaue Tonalität mit intensiven Rot-, Violett- und Grünakzenten durchsetzt ist. Damit überwindet Monet die traditionelle Abbildfunktion der Malerei zugunsten einer radikal neuen Bildauffassung, die im «Palazzo Contarini» die Möglichkeiten abstrakter Kunst anklingen lässt.

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