Klassische Moderne:
Koloristische Gegenpole
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Ferdinand Gehr (1896-1996)
Menschwerdung II, 1936
Fresko, 60 x 74 cm
Schenkung des Künstlers, 1988 |
Vor
allem als Maler sakraler Bildthemen bekannt geworden ist
Ferdinand Gehr (1896-1996). Sein Schaffen durchmisst das
ganze 20. Jahrhundert, setzt in den zwanziger Jahren ein
mit einer reduzierten, an
Matisse geschulten Formensprache, führt in den Nachkriegsjahren
zu den monumentalen Bildprogrammen für zeitgenössische
Sakralräume und findet seinen Höhepunkt im Spätwerk.
Das Kunstmuseum beherbergt eine Werkgruppe, in der neben
dem Spätwerk auch seltene Gemälde und Fresken aus
den frühen Jahren zu sehen sind, etwa «Roter Kopf» (1926)
oder «Menschwerdung II» (1936). Vor allem das
Fresko besticht durch seine leuchtende Farbigkeit, die den
Koloristen
verrät, und die an der Moderne orientierte Formensprache,
die immer auch als Symbol zu verstehen ist für eine
grundlegende spirituelle Botschaft.
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Andy Warhol (1928-1987)
Campbell’s Condensed Tomato Soup, 1962
Öl auf Leinwand, 30 x 23 cm
Schenkung Erna und Curt Burgauer, 1987 |
«If
you want to know all about Andy Warhol, just look at the surface»,
lautet einer der vielzitierten Sprüche des berühmten
amerikanischen Pop-Künstlers Andy Warhol (1928-1987).
Warhol steht heute als Symbol für den modernen Künstler:
Er schuf die Ikonen seiner Zeit, indem er die alltägliche
Warenwelt – beispielsweise die berühmte «Campbell’s
Condensed Tomato Soup», 1962 - auf ihre Bildwürdigkeit
untersuchte. Später verlieh er mit seinen Porträts
berühmter Filmstars und den Darstellungen von Katastrophen
dem Bild der modernen Medienwelt künstlerisch Ausdruck.
Bei all dem geht oft vergessen, dass Warhol als Maler ein grosser
Kolorist war, der ein gegebenes Sujet, sei es eine Suppendose
oder ein Blumenmotiv, in poppig leuchtende Farbvarianten umzusetzen
verstand. Bis heute messen sich Kunstschaffende an den Grundlagen
der Kunst der sechziger Jahre, sei es nun an der Warenwelt
der Pop Art oder der Radikalität der zeitgleichen Minimal
Art.
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