Loredana Sperini

24. September 2016 - 8. Januar 2017, Kunstmuseum

Il cielo in una stanza, der Titel von Loredana Sperinis Ausstellung, bezieht sich auf ein italienisches Lied, das eine flüchtige, aber intensive Begegnung zweier Menschen beschreibt und für diesen Moment ‹die ganze Welt› bedeutet. Von vergleichbarem existenziellen wie universalen Charakter scheinen die Motive, welche die Künstlerin in eigenwillige Wandobjekte und Plastiken übersetzt: Köpfe, Hände, Münder schälen sich als fragile Körperfragmente sanft aus vermeintlich abstrakten Formen heraus.

Hervorgetreten ist die 1970 in Lichtensteig geborene und in Zürich lebende Künstlerin mit Porträts von Freunden, in denen sie den Prozess der bildnerischen Aneignung ins Medium der Stickerei übertrug. Auf die Beschäftigung mit textilen Materialien folgten wandfüllende Wachsmalereien und Spiegelarbeiten. Porzellanminiaturen bildeten in der Ausstellung Menschenzellen (2012) Teil einer Gesamtinstallation, welche Nippesfigürchen in eine skulpturale Gesamtform einband. Ihre Herkunft aus einer kleinbürgerlichen Lebenswelt nicht verhehlend, war die Gestalt der Kleinplastiken einem Akt des Zerstörens und Wiederzusammenfügens geschuldet.
In Il cielo in una stanza wiederum dienen dreieckige Tische als räumliche Fassung von Plastiken, in denen die Künstlerin ihre Experimente mit unterschiedlichsten Materialien wie Wachs und Beton in wundersam vergeistigte Bildwelten übersetzt.

Kuratorin: Nadia Veronese