Marcia Hafif

16. September 2017 - 14. Januar 2018, Kunstmuseum

Marcia Hafif (*1929 Pomona, CA) gehört zu den bedeutendsten amerikanischen Malerinnen, deren Schaffen bereits früh auf die europäische Kunst einwirkte. 1961 bis 1969 malte sie in Rom in der Tradition des amerikanischen Hard Edge Painting. ‹Radical Painting›, der Begriff für eine monochrome Malerei, die ohne jeden Abbildcharakter die reine Wirkung von Farbe auf einem Träger untersucht, geht auf Marcia Hafif zurück. Ins renommierte Williams College in Williamstown, MA eingeladen, versammelte sie schliesslich 1984 in der Ausstellung Radical Painting solidarisch 12 Malerinnen und Maler mit ähnlichen Ansätzen, unter ihnen Olivier Mosset und Joseph Marioni. 2017 werden das Kunsthaus Baselland in Muttenz und das Kunstmuseum St.Gallen in enger Kooperation zwei Ausstellungen zeigen, die sich den zentralen Aspekten des Schaffens von Marcia Hafif aus je anderer Perspektive widmen.

Seit den 1960er Jahren hat Marcia Hafif eindrückliche Werkserien geschaffen, die die Möglichkeiten der Farbfeldmalerei grundlegend erforschten und um immer neue Aspekte erweiterten. Das Unerwartete zu tun, war dabei gleichsam ihr Markenzeichen. An Extended Grey Scale (1973) mit 106 Gemälden gehört ebenso dazu wie die berühmten Black Paintings (1979/1980), in denen sie ein tiefes Schwarz durch Überlagern von Ultramarinblau und gebranntem Umbra erzielte. Neuste Werkreihen der Shade Paintings (ab 2013) stehen neben den zweifarbigen, in empirischer Annäherung an den Goldenen Schnitt vertikal unterteilten TGGT (Tomatoes, Grapes and Green Tea; 2006) und der brillanten Farbtransparenz der Glaze Paintings (1995).