The Humans

25. September 2018 - 24. März 2019, Kunstmuseum

Théodore Géricault (1791–1824) vollendete 1819 das berühmte Gemälde Le Radeau de la Méduse (Das Floss der Medusa; Louvre, Paris). Dieses bildgewaltige Meisterwerk beruht auf einer Sensationsmeldung. 1816 begleitete die Fregatte Méduse einen Konvoi nach Senegal, der Staatsbedienstete in das ferne Land bringen sollte. An Bord waren annähernd 400 Personen, darunter ein unerfahrener Kapitän, Hugues Duroy de Chaumareys. Das Schiff lief auf Grund, und der Kapitän befahl den Bau eines Flosses aus Teilen der Medusa, da lediglich sechs Rettungsboote vorhanden waren. Auf dem mit 150 Personen überfüllten Floss brach schnell Kannibalismus aus, sodass schliesslich nur noch 10 Personen gerettet werden konnten.

Die dramatische Nachricht traf die öffentliche Meinung unvorbereitet heftig und liess sogar die Regierung des Second Empire stürzen. Seit diesem Moment hat die Kunst stets eine wichtige Beziehung zur Medienkommunikation unterhalten. Die Gruppenausstellung The Humans erforscht, wie Künstler ihre unabhängige Sicht auf die Welt interpretieren und in Wirklichkeiten eintauchen, die traditionellen Medien verwehrt bleiben. Zu einem Zeitpunkt, in dem sich Nachrichtenkanäle multiplizieren, ihre einflussreiche Position aber zusehends verlieren, übernehmen sie die Rolle von Zeitzeugen in einem sich stetig verändernden medialen Prozess. The Humans fokussiert auf das Medium des Videos und des Bildes, das vermehrt Einfluss ausübt auf die heutige Gesellschaft. Die Kunstschaffenden generieren eine neue Form von Realismus, indem sie sich Situationen nähern, die von der landläufigen Presse unbeachtet bleiben würden.

Kurator: Lorenzo Benedetti