Archiv

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Camille HenrotSweet Days of Discipline

Sweet Days of Discipline
10. Juni–5. November 2023
Lokremise

Camille Henrot verwandelt die KMSG Lokremise in ein Panoptikum installativer Werke, welche sich inhaltlich zum grossen Teil mit Fürsorge beschäftigen. Mehr als dreissig Arbeiten kreisen um Liebe, Pflicht, Zuwendung, Reizüberflutung und administrative Kontrolle und zeigen, wie ambivalent Fürsorge im Alltag tatsächlich ist. Sweet Days of Discipline verbindet dabei Witz, Präzision und eine fast theatrale Form der Verdichtung.

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Henrot organisiert die Ausstellung wie einen Spielplatz, auf dem Fürsorge zugleich notwendig, unerquicklich, komisch und überfordernd erscheint. Im Zentrum stehen Figuren und Stellvertreter des Sich-Kümmerns: Nannys, Hundesitter, Kindergärtnerinnen, Babysitter, aber auch Kalender, Verträge und andere unscheinbare Instrumente administrativer Ordnung. Viele Arbeiten entstanden eigens für St.Gallen. Besonders markant sind die Hundeskulpturen im Eingangsbereich, die zwischen Wachsamkeit, Anhänglichkeit und Abhängigkeit oszillieren. Werke wie Maternelle oder En sortant de l’école übersetzen Care-Arbeit in schwere, zugleich fragile Körperbilder; My Nanny macht die Betreuungsperson zugleich sichtbar und ungreifbar. Hinzu kommen die grossen Stoffarbeiten Working Hours und Lorem Ipsum Dolor, deren eingeschriebene Bilder und Textfragmente sich erst bei genauer Betrachtung erschliessen. Mauro Hertigs Klanginstallation Interrupted Lullabiesverstärkt diese Atmosphäre mit Summen, Kratzen, Bienen und einem elterlichen Sch sch sch. Die Ausstellung formuliert Fürsorge damit nicht als moralisches Ideal, sondern als ambivalente Praxis voller Liebe, Reibung und Organisation.

Impressionen 

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Ausstellungsansicht: Camille Henrot. Sweet Days of Discipline, 2023, Kunstmuseum St.Gallen, Foto: Sebastian Stadler

Die Künstlerin 

Camille Henrot

In den letzten zwanzig Jahren hat Camille Henrot (*1978, Paris, Frankreich) eine von der Kritik gefeierte Praxis entwickelt, die Zeichnung, Malerei, Skulptur, Installation und Film umfasst. Inspiriert von Literatur, Poesie, Cartoons, sozialen Medien und der Banalität des Alltagslebens, erfasst Henrots Arbeit die Komplexität des Lebens als Privatperson und globaler Bürgerin in einer zunehmend vernetzten und überreizten Welt. Ein Stipendium am Smithsonian Institute im Jahr 2013 führte zu ihrem Film «Grosse Fatigue», für den sie an der 55. Biennale von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde. 2017 erhielt Henrot Carte Blanche im Palais de Tokyo in Paris, wo sie die Ausstellung «Days Are Dogs» präsentierte. Sie wurde 2014 mit dem Nam June Paik Award und 2015 mit dem Edvard Munch Award ausgezeichnet und hat unter anderem an den Biennalen von Lyon, Berlin, Sydney und Liverpool teilgenommen. Henrot hatte weltweit zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem im New Museum, New York, im Schinkel Pavillon, Berlin, im New Orleans Museum of Art, in der Fondazione Memmo, Rom, und in der Tokyo Opera City Art Gallery, Japan. Camille Henrot lebt in New York.

Ausstellungsvideo

Pressespiegel