Archiv

Stöbern Sie durch unser Ausstellungsarchiv und entdecken Sie vergangene Ausstellungen. Dort finden Sie eine Übersicht zu den gezeigten Künstler:innen, Werken und Projekten.

Claudia CaviezelGlitch

Glitch
10. Januar 2025–4. Januar 2026
Stadtpark

Mit Glitch verwandelt Claudia Caviezel das Treppenhaus in einen vibrierenden Bildraum. Ausgangspunkt sind gescannte Textilien, die sie während des digitalen Erfassens verschiebt, bis Störungen, Farbsprünge und Überlagerungen sichtbar werden. Aus diesem kalkulierten Kontrollverlust entsteht ein Wandbehang, der Architektur, Textil und Bildschirmästhetik auf elegante Weise verschränkt.

Claudia Caviezel, Glitch, 2025, Foto: Stefan Rohner

Claudia Caviezel, Glitch, 2025, Foto: Stefan Rohner

Der Ausgangspunkt von Glitch ist ein scheinbar technischer Nebeneffekt. Caviezel scannt mexikanische Serapes und einen Stoff mit Bergerie-Motiv auf einem Flachbettscanner und verschiebt die Textilien während des Vorgangs. Die Maschine reagiert mit Farbbrüchen, Schlieren und Überlagerungen, die an digitale Bildfehler erinnern und zugleich den materiellen Ursprung des Musters nie ganz verbergen. Im Treppenhaus wird dieser Effekt räumlich lesbar. Beim Hinauf- oder Hinabgehen zerlegt sich der Wandbehang in wechselnde Ausschnitte; Vertikale, Licht und Blickachsen der Treppenspindel werden Teil der Komposition. So behauptet das Werk keine statische Front, sondern eine Bildfläche in Bewegung. Caviezel verknüpft textile Kultur, Bildschirmästhetik und architektonische Wahrnehmung zu einer Arbeit von bemerkenswerter Selbstverständlichkeit.

Claudia Caviezel Glitch 2025 Stefan Rohner 2 2

Claudia Caviezel, Glitch, 2025, Foto: Stefan Rohner

Die Künstlerin 

Claudia Caviezel

Claudia Caviezel

Claudia Caviezel. Foto: Ladina Bischof

Claudia Caviezel (1977 in Zug geboren, lebt und arbeitet in St.Gallen) begeistert mit einem farbenfrohen und vielseitigen Werk, das voller Überraschungen steckt. Die preisgekrönte Textildesignerin verbindet seit über zwanzig Jahren traditionelles Handwerk mit digitalen Technologien und zeigt dabei ein aussergewöhnliches Gespür für Farben und Muster. 

Ihre Arbeiten reichen von Haushaltsprodukten und Mode für die internationale Haute Couture bis hin zu beeindruckenden Rauminstallationen. Von ihr entworfene Drucke, Jacquards und Stickereien für ein renommiertes Schweizer Luxusmodehaus wurden in Kleidungsstücken von Vivienne Westwood verwendet und von bekannten Persönlichkeiten wie Michelle Obama getragen.

Zu Cavaziels Auszeichnungen zählen der Swiss Grand Prix Design (2016), die Einzelausstellung Claudia Caviezel: Caleidoscope im Museum für Gestaltung Zürich (2023–2024) sowie ein Atelier-Flex-Stipendium für einen dreimonatigen Aufenthalt in Japan, verliehen von der Kulturkommission des Kantons Zug, Schweiz (2024).