Experimental Ecology bringt Kunst und Wissenschaft in eine produktive Versuchsanordnung. Fünf Teams widmen sich ökologischen Fragestellungen, ohne sie zu didaktischen Botschaften zu verengen. Stattdessen entstehen Arbeiten, in denen Erkenntnis, Imagination und sinnliche Erfahrung ineinandergreifen.
Experimental Ecology versammelt keine Illustrationen ökologischer Forschung, sondern wirkliche Kollaborationen. Fünf Künstlerinnen und Künstler sowie fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in Teams, deren Ergebnisse so unterschiedlich ausfallen wie die Fragestellungen selbst. Da entsteht Käse aus menschlichen Hautbakterien; ein anderes Projekt versucht über ein Spiel mit Fischen in Kommunikation zu treten; ein weiteres entwickelt den Wald als komplexes Netzwerk, das im Gehen erfahrbar wird. Andere Beiträge rücken Plankton als uralten Sauerstoffproduzenten oder die globalen Folgen der Lachszucht in den Fokus. Gerade diese formale Heterogenität - Laborversuch, Installation, Spaziergang, Theater, sinnliche Versuchsanordnung - gibt der Ausstellung ihre Beweglichkeit. Bezugspunkt ist die New Yorker Initiative E.A.T., die in den späten 1960er-Jahren Kunst und Technologie verband. In St.Gallen wird dieses Modell auf die ökologische Gegenwart übertragen und durch Workshops sowie Vorträge in die Öffentlichkeit ausgedehnt. Experimental Ecology führt interdisziplinäre Zusammenarbeit nicht als Schlagwort, sondern als Methode vor. Die Ausstellung wurde von der Kulturstiftung Basel H. Geiger initiiert, finanziert und produziert.
Kuratiert von Martina Huber, Gründerin WE ARE AIA Zürich und Gianni Jetzer, Direktor Kunstmuseum St.Gallen.
Christina Agapakis (Synthetische Biologin, Gingko Bioworks, Boston), Alex Jordan (Biologe, Forschungsgruppe für Verhaltensevolution, Max-Planck-Institut, Konstanz), Michelle-Marie Letelier (Künstlerin, Berlin), Ingo Niermann (Schriftsteller, Künstler, Basel), Karin Pittman (Biologin, Professorin für Meeresbiologie, Universität Bergen), Matthias Rillig (Biologe, Institut für Biologie, FU Berlin), Riikka Tauriainen (Künstlerin, Zürich), Sissel Tolaas (Künstlerin und Geruchsforscherin, Berlin), Meike Vogt (Biochemikerin, Abteilung für Umweltsystemwissenschaften, ETH Zürich), Zheng Bo (Künstler, Hongkong).
Teams:
Sissel Tolaas und Christina Agapakis
Ingo Niermann und Alex Jordan
Michelle-Marie Letelier und Karin Pittman
Zheng Bo und Matthias Rillig
Riikka Tauriainen und Meike Vogt