Grace Schwindt entwickelt Ausstellungen als choreografierte Räume, in denen Skulptur, Zeichnung, Requisit und performative Spur einander durchdringen. Defiant Bodies macht erfahrbar, wie sich Geschichte in Körpern, Gesten und Beziehungen sedimentiert - und wie Verletzlichkeit in Widerstand umschlagen kann.
Schwindt baut die Ausstellung als präzise komponierten Erfahrungsraum auf. Skulpturale Körper, Kostüme, Zeichnungen und Requisiten treten nicht als autonome Einzelwerke auf, sondern als Teile einer Choreografie, die durch den Raum führt. Themen wie Ausgrenzung, Verletzung, Fürsorge und Transformation werden dabei nicht narrativ ausformuliert, sondern in Situationen übersetzt, in denen Nähe und Widerstand gleichzeitig spürbar werden. Ausgangspunkt vieler Arbeiten sind Gespräche - mit Künstlerinnen und Künstlern, Aktivistinnen und Aktivisten oder Familienmitgliedern -, aus denen Schwindt fiktionale Dialoge und verdichtete Formen entwickelt. Für St.Gallen reichte die Ausstellung über die Innenräume hinaus in den Stadtpark; damit verschob sich die Frage nach Körper und Öffentlichkeit unmittelbar in den Stadtraum. Defiant Bodies zeigt so, wie eng Geschichte, soziale Beziehung und physische Präsenz miteinander verflochten sind.
Grace Schwindt
Grace Schwindt (*1979 Offenbach) lebt und arbeitet in London. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen internationalen Kunstinstitutionen und Theatern präsentiert: Five Surfaces All White im CCA Centre for Contemporary Arts in Glasgow (2019), In Silence in der ROZENSTRAAT – a rose is a rose is a rose in Amsterdam (2019), Silent Dance in der ZENO X GALLERY in Antwerpen (2018), Tiffany Vase in der Gallery Lejeune in London (2017), Run a Home. Build a Town. Lead a Revolution – eine Ausstellung in drei Akten im MARCO Museo de Arte Contemporáneo in Vigo (2016). Live-Performances wurden an der Volksbühne Berlin und im Kunstmuseum St.Gallen (2019), im The Roberts Institute of Art in London und im Frascati Theatre in Amsterdam (2018), im Kaaitheater in Brüssel (2017), in der RA Royal Academy of Arts als Teil des Block Universe – Performance Art Festival in London (2016), im Museum M in Leuven (2013) und in der SLG South London Gallery in London (2011) gezeigt.