Juliette Uzor versteht den Ausstellungsraum als Bühne, den Körper als Archiv und Bewegung als Erkenntnisform. Ausgehend von Kleists Essay Über das Marionettentheater entwickelt sie mit (ah ah ah) eine Choreografie und wandfüllende Tapeten, die Installation und Kulisse zugleich sind. Die Arbeit entfaltet sich zwischen Sprache, Geste und Wiederholung.
Juliette Uzor denkt Performance als räumliche und kollektive Form. Kleists Essay Über das Marionettentheater dient ihr nicht als literarische Vorlage im engen Sinn, sondern als Anlass, über Bewusstsein, Kontrollverlust und die Intelligenz des Körpers nachzudenken. Vier Performerinnen und Performer tragen Sprache, Atem, Rhythmus und Bewegung in den Raum und aktivieren damit eine Ausstellung, die sich nie in ein blosses Bühnenbild zurückzieht. Die grossformatigen Tapeten sind keine Dekoration, sondern eine zweite Ebene der Choreografie: Sie strukturieren den Raum, setzen Blickachsen und schaffen einen Bildgrund, auf dem sich die Körper einschreiben. Wichtig ist auch der kollaborative Charakter der Arbeit. Co-Choreografie und Performance entstehen mit Alina Arshi, Bast Hippocrate und Marie Jeger, die Kostüme in Zusammenarbeit mit Sven Gex. Dadurch gewinnt (ah ah ah) jene offene, vielstimmige Qualität, die die Ausstellung so gegenwärtig macht.
Die Ausstellung wurde grosszügig unterstützt von:
MANOR
Stadt St.Gallen
Kultur St.Gallen Plus
E. Fritz und Yvonne Stutz Stiftung
Hans und Wilma Stutz Stiftung
Lienhard-Stiftung
Susanne und Martin Knechtli-Kradolfer-Stiftung