Die Künstlerin Marie Lund (*1976 Kopenhagen) verfolgt in ihrem Werk bildhauerische Fragestellungen und betreibt einen vielschichtigen Umgang mit dem Medium der Skulptur. Ihr Interesse gilt der Materialtransformation und Formumgestaltung. Körper, Alltagsobjekte und Architekturelemente sind Ausgangspunkte ihrer künstlerischen Recherche zur Beschaffenheit von Volumen, Oberfläche und Struktur.
Für die Präsentation im Kunstmuseum St.Gallen entstehen neue plastische Arbeiten, die sich auf Besonderheiten der Architektur beziehen. Direkt auf die Deckenkonstruktion und die Säulen montiert, schreiben sich die Skulpturen in den Raum ein und artikulieren die Übergänge zwischen den verschiedenen Oberflächen. Die integrierte Position verschiebt die Beziehung zwischen dem Ausstellungsraum und dem ausgestellten Objekt und verhandelt die Rollen zwischen dem, was hält und dem, was gehalten wird. Um die Skulpturen als Ort und Anlass für Gespräche zu erkunden, hat Marie Lund Kunstwerke weiterer Künstlerinnen und Künstler in den Ausstellungskontext integriert. Im Aussenraum ist eine grosse Halbfigur von Hans Josephsohn neben den horizontalen und piedestalartigen Strukturen platziert. In den Ausstellungsräumen hinterfragen und verhandeln Fotografien von Frederik Worm und eine Performance von Cally Spooner die Skulptur in Bezug auf ihre Aktualität und Zeitlichkeit.
Kuratiert von Nadia Veronese.