Neu in der Sammlung! verdichtet jüngste Erwerbungen zu einem präzisen Bild der Gegenwart. Die Ausstellung versammelt Positionen, die sich mit Identität, Gerechtigkeit, Geschlecht und gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinandersetzen und zugleich sehr unterschiedliche formale Strategien verfolgen. Man sieht also nicht nur, was neu hinzugekommen ist, sondern auch, welche Richtung die Sammlung einschlägt.
Die Ausstellung zeigt Erwerbungen nicht als Abteilung des Neuesten, sondern als Indiz einer inhaltlichen Verschiebung. Regionale und internationale Positionen treffen aufeinander und machen sichtbar, wie stark das Haus seine Sammlung auf gesellschaftliche Fragestellungen der Gegenwart ausrichtet. Malerei steht neben Skulptur, Textarbeit, Video und Grafik; diese Heterogenität ist kein Nebeneffekt, sondern Teil der kuratorischen Setzung. Unter den gezeigten Positionen finden sich etwa John M Armleder, Sam Durant, Tala Madani, Walter Pfeiffer, Lucie Schenker, Arthur Simms sowie die Kollektive Studio for Propositional Cinema und RM. Gemeinsam markieren sie ein Feld, in dem Fragen nach Geschlecht, Identität, Repräsentation und politischer Imagination unterschiedlich artikuliert werden. Neu in der Sammlung! formuliert so, fast beiläufig, eine zukünftige Erzählung des Museums.