Die Präsentation im KMSG Kirchhoferhaus würdigt eine bedeutende Schenkung der Ursula Hauser Collection und richtet den Blick auf Roman Signers elementares Denken. Frühe Wasserarbeiten und spätere Skulpturen zeigen, wie er mit minimalen Mitteln Kräfte wie Schwerkraft, Druck und Bewegung in präzise, oft überraschend poetische Formen überführt.
Die Schenkung der Ursula Hauser Collection erlaubt einen konzentrierten Blick auf Signers Denken in elementaren Prozessen. Fünf frühe Skulpturen aus den 1970er-Jahren widmen sich dem Wasser und seinen physikalischen Eigenschaften - der Elastizität, der Kohäsion, der Formbildung im Übergang. Besonders eindrücklich wird dies in Der grosse Tropfen, der jenen winzigen Moment fixiert, bevor ein Tropfen fällt. Wie so oft bei Signer bewegen sich die Arbeiten zwischen Versuchsanordnung und Skulptur, zwischen präziser Beobachtung und lakonischem Witz. Hinzu kommen drei spätere Werke aus den 1990er-Jahren - Hauptstrasse und Nebenstrassen, Bett und Aquarium -, die hier erstmals gezeigt wurden. Der Wellenapparat aus der Sammlung des Museums erweitert diese Konstellation um eine interaktive Dimension. So eröffnet die Ausstellung einen konzentrierten Parcours durch ein Werk, das Naturkräfte nicht illustriert, sondern in überraschend einfache Formen überführt.