Unerwartete Begegnungen. Neue Perspektiven auf die Sammlung setzt vertraute Werke neuen Nachbarschaften aus. Arbeiten aus der Sammlung treffen auf Positionen ausserhalb des Bestands und verändern dadurch den Blick auf zentrale Themen, blinde Flecken und kunsthistorische Gewissheiten. Die Ausstellung liest das Museum als offenen Zusammenhang statt als festes System.
Die Ausstellung verschränkt vertraute Werke mit Positionen, die bisher nicht Teil der Sammlung sind, und zwingt den Bestand damit in produktive Reibung. Gleich im ersten Raum begegnen Richard Serras massive Setzungen den fragilen Stoffarbeiten von Marion Baruch - zwei Formen von Reduktion, die unterschiedlicher kaum sein könnten. An anderer Stelle treten Martha Cunz und Uriel Orlow, Johanna Nissen-Grosser und Per Kirkeby oder Nam June Paiks mehrkanalige Installation Beuys/Voice - A Hole in the Hat mit Werken von Sturtevant und Sherrie Levine in neue, überraschend fruchtbare Beziehungen. Solche Konstellationen korrigieren keine Sammlung, sondern erweitern ihre Lesbarkeit. Plötzlich wird sichtbar, wie sehr kunsthistorische Erzählungen von Gewohnheit abhängen - und wie anders ein vertrauter Bestand wirkt, wenn man ihn aus einer verschobenen Perspektive betrachtet. Unerwartete Begegnungen ist deshalb weniger Ergänzung als Intervention.
Kuratiert von Gianni Jetzer und Melanie Bühler.
Marion Baruch, Jessica Diamond, Martha Cunz, Per Kirkeby, Sherrie Levine, Johanna Nissen-Grosser, Uriel Orlow, Nam June Paik, Pipilotti Rist, Richard Serra, Sturtevant