Geschichte

Museum historisch

St.Gallen Museumsquartier, Natur- und Kunstmuseum (altes Museum), Foto: Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St.Gallen

Die Geschichte des Kunstmuseums St.Gallen ist eng verbunden mit der Gründung des St.Galler Kunstvereins im Jahr 1827. Der Kunstverein war ursprünglich ein Verbund lokaler Berufskünstler. Mit der Aufnahme von nicht praktizierenden Kunstfreunden und der Organisation erster Kunstausstellungen, öffnete sich der Verein der städtischen Öffentlichkeit. Mit wachsender Sammlungstätigkeit wurde die Suche nach einem festen Ausstellungsort dringlich.

1867 schlossen sich Kunstverein, Historischer Verein und naturhistorische Gesellschaft mit Vertretern der Ortsbürgergemeinde und des Kaufmännischen Direktoriums zu einer Baukonferenz zusammen, um ein gemeinsames Gebäude für die städtischen Sammlungen zu errichten. Die Pläne für das neoklassizistische Museum legte der St.Galler Architekt Johann Christoph Kunkler vor. Das öffentliche Interesse am Museumsbau war gross: Über eine breit angelegte Spendensammlung konnte rund ein Viertel der Baukosten abgedeckt werden.     

Nach dreijähriger Bauzeit öffnete das Museum am 8. Oktober 1877 im Stadtpark seine Tore – Kunstverein, Historischer Verein und die naturhistorische Sammlung teilten sich das Haus. Mit dem Auszug der historischen Abteilung ins «Neue Museum» 1921 gewann die Kunst Raum und Eigenständigkeit. 

Unter der Leitung von Rudolf Hanhart wurde die Kunstsammlung des Museums in der Nachkriegszeit stark erweitert: Einerseits durch den Ankauf von modernen und zeitgenössischen Werken Schweizer Künstler*innen wie von exemplarischen internationalen Positionen, andererseits durch wertvolle Schenkungen privater Sammler*innen und Stiftungen.

Von 1970 bis 1987 blieb das Museum wegen Sanierungsbedarf geschlossen – ein tiefer Einschnitt im St.Galler Kulturleben. Die Debatte um Abriss oder Renovierung bewegte die Stadt, während die lokale Kunstszene ins ausgebaute Katharinenkloster und den öffentlichen Raum auswich. Das Kunstmuseum feierte 1987 die Wiedereröffnung und 1989 übernahm Roland Wäspe die Direktion.

Das Kunstmuseum entwickelt sich auch im neuen Jahrtausend inhaltlich und institutionell weiter: 2012 formierten sich der Kunstverein und die Stiftung St.Galler Museen neu und tragen seitdem gemeinsam mit Stadt und Ortsbürgergemeinde die Stiftung Kunstmuseum St.Gallen. Mit dem Bau des Naturmuseums 2016, steht der Kunstsammlung nun das gesamte «Alte» Museum zur Verfügung.

Auch die Kunstsammlung selbst wird fortwährend mit neuen Perspektiven konfrontiert und erweitert, Machtverhältnisse werden diskutiert und Provenienzen erforscht. Ergänzend betreibt das Kunstmuseum St.Gallen die Lokremise als Kunst- und Kulturlabor für zeitgenössische Positionen. 

Seit 2022 blickt das Kunstmuseum St.Gallen unter der Leitung von Gianni Jetzer in die Zukunft.