Provenienzforschung am Kunstmuseum St.Gallen

Es ist wesentlich die Aufgabe eines Museums als visuelles Archiv und als Ort der Erinnerung, die Geschichte hinter den ausgestellten Werken und auch die bleibende Sichtbarkeit von Gemälden selbst mit umstrittener Herkunft sicherzustellen. Betroffene Werke sollen öffentlich gezeigt und ihre Geschichte transparent gemacht werden. Die Richtlinien der Washingtoner Konferenz von 1998 in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten konfisziert wurden, regeln international die Aufgaben und Pflichten der öffentlichen Museen im Zusammenhang mit geraubten Kunstwerken (Raubkunst). Das Kunstmuseum St. Gallen ist den Richtlinien des Washingtoner Abkommens wie jedes andere Museum in der Schweiz verpflichtet und setzt sich in diesem Sinne auch nachdrücklich für eine gütliche Regelung der Ansprüche ein.

Zur Schenkung Dauberville / Nathan an das Kunstmuseum St.Gallen und das Kunstmuseum Basel 

Zur Herkunft des Gemäldes Thunersee mit Stockhornkette von Ferdinand Hodler 

Provenienzforschungsprojekt am Kunstmuseum 2017/18

Die Unterstützung durch das BAK (Bundesamt für Kultur) erlaubte dem Kunstmuseum St.Gallen 2017 die Aufnahme der Provenienzforschung in einem klar definierten Bereich: dem Bestand der Sturzeneggerschen Gemäldesammlung. Der Schlussbericht liegt nun vor und wurde vom BAK bereits genehmigt. Das Forschungsprojekt erbrachte für keines der untersuchen Werke ein konkretes Verdachtsmoment bezüglich der kritischen Jahre 1933–1945. Einige der berühmtesten Werke der Sammlung, darunter Alfred Sisleys «Le Jardin», 1873, oder Anselm Feuerbachs «Nanna», 1864/65, konnten hinsichtlich ihrer Provenienz vollständig geklärt und eine lückenlose, unbedenkliche Besitzabfolge in der Zeit der NS-Herrschaft nachgewiesen werden. Der umfassende Schlussbericht ist in Absprache mit dem BAK hier auf der Homepage des Museums abrufbar.

Die hier zur Verfügung gestellte Fassung des Projektberichts ist identisch mit derjenigen, die an das BAK eingereicht wurde. Die untenstehende Werkliste sowie die Fallbeispiele werden vom Forschungsteam laufend überarbeitet und erweitert, um einen aktuellen Informationsstand und den Austausch mit anderen Institutionen zu gewährleisten.

Projektbericht zum Abschluss des Provenienzforschungsprojekts 2017/18

Fallbeispiele

Werkliste

Beteiligte Personen und Kunsthandlungen

Literaturverzeichnis

Mit freundlicher Unterstützung der Bundesamtes für Kultur