ERKER

Galerie - Edition - Verlag 

Ausstellungsdauer wird noch bekannt gegeben, Kunstmuseum

 

Die Erker-Galerie von Franz Larese (1927–2000) und Jürg Janett (1927–2016) steht für den Aufbruch einer weltoffenen Stadt St.Gallen, in der in den 1960er und 1970er Jahren europäische Kunstgeschichte geschrieben wurde. Exponenten der Klassischen Moderne wie des Informel und des Materialbildes waren die Basis ihrer Tätigkeit als Galeristen, welche in wegweisenden Ausstellungen und einer grossartigen Fülle von Editionen und Büchern kulminierte.

Die Idee, bedeutende Autoren mit wichtigen zeitgenössischen Kunstschaffenden in einen Dialog treten zu lassen, war äusserst fruchtbar. Der Kreis führender Künstler und Intellektueller – von Heidegger (Martin Heidegger / Eduardo Chillida: Die Kunst und der Raum, 1969) über Laxness (Halldór Laxness / Asger Jorn: Die Geschichte vom teuren Brot, 1972) bis zu Brodsky (Joseph Brodsky / Antoni Tàpies: Römische Elegien, 1993) –, die der Erker-Galerie verbunden waren, ist legendär. Galerie, Presse und Verlag waren jenes Dreigestirn, das den ökonomischen Erfolg mit breiter künstlerischer Wirkung und intellektueller Brillanz verband.

Die Geschichte der Erker-Galerie ist sorgfältig archiviert und in grossartigen Fotografien von Franziska Messner-Rast und Franz Larese dokumentiert. Die Ausstellung ist diesem gewichtigen Erbe gewidmet und bewegt sich entlang der Leitlinie der privaten Sammlung, welche die Stiftung Franz Larese und Jürg Janett 2015 dem Kunstmuseum St.Gallen schenkte.

Kurator: Roland Wäspe