Welt am Draht

24. Oktober 2020 bis 7. März 2021

 

Installative Kunst mit Lichtprojektionen, Neonbändern und Fluoreszenzröhren hängt ebenso ab von einem steten Fluss elektrischer Energie wie die Videokunst. Neue technische Möglichkeiten boten auch immer neue ästhetische und inhaltliche Möglichkeiten, welche seit den späten 1960er Jahren von den Künstlerinnen und Künstlern intensiv genutzt wurden. Gerade weil diese sich rasch wandelnde Technologie nahe am Alltag ist und die schnellen und widersprüchlichen Entwicklungen der Jetztzeit abbildet, sind ihre Botschaften besonders aktuell.

Kunstschaffende wie Nam June Paik, Bruce Nauman, Silvie und Chérif Defraoui, Alexander Hahn, Pipilotti Rist oder Matthew McCaslin haben kontinuierlich an der Entwicklung der Kunst mit den neuen Medien und ihrer betont zeitgenössischen Metaphorik gearbeitet. Alle Künstlerinnen und Künstler sind mit Hauptwerken in der Sammlung des Kunstmuseums präsent und treten in dieser Ausstellung in einen speziellen Diskurs: Er ist einem visionären frühen Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder entliehen, den dieser 1973 nach dem Science-Fiction-Roman Simulacron-3 von Daniel F. Galouye (1920–1976) drehte. Die Welt ist nicht, was sie scheint, und die Berichte über sie sind es erst recht nicht, nur die Reflexion lässt die Dinge klarer werden – wie schon Descartes feststellte: Je pense donc je suis.

Kurator: Roland Wäspe